CD-Review: Equilibrium – Sagas

equilibrium - sagas

[Pagan Metal] – Nuclear Blast (2008)
Deutschland
Pagan Metal in der Hitparade!

Equilibrium steht für melodischen Metal, kraftvoll und doch verspielt, hart und doch einfühlsam, inspiriert und doch eigenständig. Aber vor allem steht Equilibrium für eines: Spaß an der Musik. So und mehr nachzulesen auf der My Space Seite der Münchner. Mit „Demo 2003“ machten die vier Jungs und die eine Dame bereits auf sich aufmerksam. Dabei handelte es sich eigentlich um kein Demo, sondern um eine CD – Eigenproduktion. Mit dem weltweit größten Metal Label „Nuclear Blast“ sollte fünf Jahre später der große Durchbruch gelingen. Und wie. Mit „Sagas“ stieg man prompt in die deutschen CD – Charts auf Platz 30 ein. Ein paar Wochen später befindet man sich noch immer unter den Top 100.

Prinzipiell bin ich immer sehr skeptisch gegenüber Hitparadenstürmern, aber was hat es wirklich für Gründe, dass eine Extreme Metal Band in die Kommerzparade kommt? Nach mehrmaligen Durchlauf der neuen Rille ist mir einiges klarer geworden. Auch mich hat Equilibrium mit „Sagas“ in den Bann gezogen. Obige Selbstdarstellung der Bayern trifft voll zu: „Einfach Spaß an der Musik“. Gekonnt vermischen Equilibrium Einflüsse aus verschiedensten Stilrichtungen. Von Grund auf düster und pagan, sind ebenso epische und melodiöse Elemente verwurzelt. Geschickt mischen sich folkloristische Einflüsse dazu – beeindruckend vor allem die südamerikanisch angehauchten Klänge.

‚Prolog auf Erden‘ leitet das Epos gekonnt ein. Mit ‚Wurzelbert‘ und ‚Blut im Auge‘ warten zwei echte Pagan Knaller auf die Metallerschaft. ‚Unbesiegt‘ überrascht bei der Einleitung mit südamerikanischen Flötenklängen, ehe man wieder in die Presche haut. Dazwischen bestechen melodiöse Midtempo – Parts, ebenso wie bei ‚Verrat‘ und ‚Snüffel‘. ‚Heimwärts‘ ist sehr europäisch folkig angehaucht, ehe man bei ‚Heidenrauche‘ wieder auf rein instrumentaler Basis einen klanglichen Kontinentwechsel vollzieht. Das Heidentum beschränkt sich eben nicht nur auf Europa. Episch und hymnisch wird es bei ‚Die Weide und der Fluss‘, sowie bei ‚Des Sängers Fluch‘. Gefolkt wird wieder bei ‚Ruf in den Wind‘ und ‚Dämmerung‘. Zum Abschluss gibt es ein über sechzehnminütiges Instrumental namens ‚Mana‘, welches aber nicht zu langatmig wirkt und keinesfalls ideenlos wirkt. Hier lassen Equilibrium nochmals Epic pur raus.

Sämtliche Texte sind auf deutsch und haben archaischen, bzw. heidnischen Hintergrund. Gesanglich überzeugt „Helge Stang“ mit krächzender Stimme, aber auch Growls kommen nicht zu kurz. Sandra Völkl brilliert am Bass, Andreas Völkl auf der Gitarre, Manuel Di Camillo auf den Drums und René Berthiaume ist ebenfalls für Gitarre und Keys verantwortlich. Keys die wunderbar in das Gesamtkonzept passen und nicht ein musikalisches Defizit der Band überspielen müssen, so wie es bei vielen durchschnittlichen Projekten der Fall ist.

Equilibrium sprechen mit „Sagas“ ein breites Publikum an, ohne dabei kommerziell oder berechnend zu wirken. Es wurde nicht irgendein Brei zusammen gemixt, der ungut aufstoßt, sondern ein Menü zubereitet, welches dem gesamten Metal Spektrum gut bekommt. In einigen Parts wird man sogar an gute alte Metallica Zeiten erinnert. Da hört man Gitarrenriffs a la Metal Militia heraus. Equilibrium verbinden mit ihrem neuen Werk die gesamte Metal Szene. Pagan, Folk, 80’s Thrash, Black, Epic, all das und noch viel mehr hat seinen Platz auf „Sagas“. Wohl einer der Gründe, warum man gleich mit dem ersten Label Album in die Charts aufgestiegen ist. Gratulation!

Hörbeispiele zu Equilibrium finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/equilibrium
geschrieben am 14.08.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Equilibrium
Nuclear Blast

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