CD-Review: In Extremo – Sängerkrieg

saengerkrieg

[Medieval] – MCA Record Universal (2008)
Deutschland
Mehr Rock – weniger Mittelalter!

Nun ist es da. Das heiß ersehnte neunte Werk der Spielmänner von In Extremo. Nach fast drei Jahren gibt es neuen Stoff von der Garde um „Das letzte Einhorn“. Und es ist einiges neu. Nicht nur das Material selbst. In Extremo gehen stilistisch neue Wege. Wenn auch der musikalische Stil nicht radikal umgekrempelt wurde, so geht man doch immer mehr in Richtung Rock und entfernt sich zunehmend von der Metal – und Mittelalterschiene.

Inhaltlich steht man noch zum Mittelalter. Mit „Saengerkrieg“, dem gleichnamigen Titel des Albums, sowie „Zauberspruch“ (zum ersten Mal ein Text auf Estisch) – ein alter Zauberspruch aus dem traditionellen Estland – „Requiem“ und „En esta noche“; mit Jose Andrea auf spanisch gesungen. In Extremo zeigen sich wie immer sprachlich gewandt. Auch auf Englisch mit „An end has a start“. Mit „Sieben Köchen“ legt man rotzig und rockig los. „Saengerkrieg“ könnte ohne weiters ein Live Knaller werden, ebenso wie die erste Singleauskoppelung „Frei zu sein“. Hymnisch gehen es die Extremen mit „Tanz mit mir“, „Mein Sehnen“ und das sehr gefühlvolle „Aufs Leben“ an, wobei letzteres zu den Highlights der Scheibe gehört. „Neues Glück“ lässt wieder alte „In Extremo – Zeiten“ aufkommen, dafür rockt es um so mehr auf „In diesem Licht“.

Saengerkrieg wird auf jeden Fall zu viel Diskussionsstoff in der Fanszene. Die Scheibe ist nicht bei allen Hörern so gut angekommen. Viele sprechen von Übersättigung bei den Extremos. Es ist aber oft so, dass wenn man von den Wurzeln etwas abkommt, die Debatten beginnen. Ich kann aber beruhigen. In Extremo klingt noch immer wie In Extremo, schon alleine wegen der unverkennbaren Stimme von „Das letzte Einhorn“. Die Band ist diesen Weg mit Saengerkrieg gegangen und ich nehme an, man hat diese Diskussionen bewusst in Kauf genommen. Wir reden auch hier nicht von einem schlechten Album, allerdings nach dieser langen Pause hätte auch ich mir persönlich mehr erwartet. Wir kennen diese Geschichte ja schon von vielen anderen Bands, die stetig gewachsen sind. An Popularität wird es trotzdem nicht schaden. Man gewinnt eher sogar einen neuen Fankreis dazu.

In Extremo sind auf „Saengerkrieg“ rockiger, die Dudelsäcke treten etwas in den Hintergrund und die Folkeinflüsse wurden reduziert. Dem Hardcore Fan wird’s trotzdem gefallen. Soundtechnisch gibt’s wie immer nichts zu bemängeln und das Profis am Werk sind, brauch man nicht extra zu erwähnen. Mit ihrem neuen Werk präsentiert In Extremo ein gutes Album, aber sicher nicht das Beste in den eigenen Reihen und zur Höchstnote reicht es diesmal auch nicht.

Hörbeispiele zu In Extremo finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/officialinextremo

geschrieben am 19.05.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: In Extremo
MCA Record (Universal)

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