CD-Review: Gwydion – Ynys Mön

gwydion-ynys mon

[Viking Metal] – Trollzorn (2008)
Portugal
Nordische Klänge aus dem Süden!

Gwydion ist der Legende nach ein walisischer Druide gewesen, der noch heute in vielen romantischen Erzählungen und Schriften vorkommt. Das sich eine Pagan Metal Band dieses Namens annimmt, ist daher nicht ungewöhnlich. Das die Musiker allerdings aus dem mediterranen Portugal kommen, eher schon. Wobei um ein bisschen Geschichtsunterricht zu geben, ist das heutige Portugal in der Antike von keltischen Völkern besiedelt worden. Also gibt es doch einen logischen Zusammenhang. Auf „Ynys Mön“ (nicht nur Albumtitel, sonder ebenso eine sagenumwobene Insel in Wales) müssen nicht nur die Kelten herhalten, sondern auch die Germanen, speziell die Wikinger. Teils auf eine ziemlich kitschige Art und Weise, wenn man sich die englischen Texte durchliest. Wikingerhorden, die mit ihren Drachenschiffen übers Meer kommen,… Gähhhn. Tausendmal gehört und nichts ist passiert.

Von den Lyrics abgesehen muss man aber sagen, dass Gwydion auf dem Debut „Ynys Mön“ ziemlich abgeklärt klingen. Das Album überzeugt mit starker Gitarrenarbeit, einem guten Vokalisten und mystischen Keyboardklängen. Vor allem der Gesang von Ruben steht im Mittelpunkt. Variabel eingesetzt, genau dem musikalischen Szenarium angepasst, mal tiefere growlende Parts, dann wieder hymnische, beschwörende Töne. Phasenweise theatralisch und inspirierend wirkt der Gesang von Ruben auf den Hörer ein.

Mit einem gelungenen Intro „Arrival“ begibt man sich auf eine Viking Metal Reise. Es folgt das gelungene „Rebirth“, welches mit Akkordeonklängen (allerdings auf dem Keyboard) eine richtige Lagerfeuerstimmung verbreitet. „Vikings horned parody“ ist ein klassischer drinking Viking Song. Mit mystischen Keybourdsounds folgt „Spirals“ ehe die Inquisition mit „Inquisition queries“ als Thema herhalten muss. Mit „Descendent of don“ geht es Humpa mässig weiter, gefolgt von einer düsteren Pagannummer „The trickster of Ragnaröck“ ehe man mit „Turning of the wheel“ a la Korpiklaani und Turisas humpamässig abschließt. Nach 41 Minuten sind dann die acht Nummern hinter einem und man muss eingestehen, dass die sechs Mannen aus Portugal kein schlechtes Debut hervorgebracht haben. Die Frage, warum erst zwölf Jahre nach Bandgründung, wird dem Hörer wohl nicht so wichtig sein. Meine Favoriten auf „Ynys Mön“ sind „Rebirth“ und „The trickster of Ragnaröck“.

Dank starker Gitarrenarbeit, einer gelungenen Soundmischung und vor allem dem Gesang von Ruben ist „Ynis Mön“ ein gutes Album geworden. Arbeiten sollten Gwydion auf jeden Fall an ihren Texten und vielleicht könnten die Portugiesen in Zukunft das ein oder andere traditionelle, akustische Instrument anstatt des Keyboards verwenden. Phasenweise zu synthetisch klingt man dadurch. Ansonsten ein Lob nach Portugal. Dort ist mit Gwydion der Viking Metal recht gut vertreten.

Hörbeispiele zu Gwydion finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/gwydionmetal

geschrieben am 22.05.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 3 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Gwydion
Trollzorn

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s