CD-Review: Haggard – Tales of Ithiria

Haggard_Tales

[Folk Metal] – Drakkar (2008)
Deutschland
Alles beim alten!

Der ewige Widerstreit des Bösen gegen das Gute ist ein universelles Thema der Menschheitsgeschichte, das die unterschiedlichsten Formen der Künste seit Jahrhunderten durchzieht. Vielfach waren diese Darstellungen von klischeehaften Denkmustern geprägt, doch die Grenzen von Licht und Dunkel sind selten einfach zu ziehen und zu erkennen. Mit „Tales Of Ithiria“ erzählen Haggard nun ihre ganz eigene Sage dieses immerwährenden Kampfes, angesiedelt in der fantastischen Welt „Ithiria“. Immerhin fünf Jahre liegen zwischen „Eppur Si Muove“ und „Tales of Ithiria“. Ein Großprojekt wie dieses um Bandkopf Asis Nasseri braucht auch seine schöpferischen Pausen, vielleicht auch auf der Suche nach neuen Konzepten. So ändern sich seit den ersten musikalischen Gehversuchen anno 1991 die Pfade der Historie und Haggard wenden sich erstmals dem Reich der Fantasie zu.

Wer sich aber jetzt die totale Veränderung erwartet, der liegt falsch. Stilistisch bleibt alles beim alten. Warum sollte man auch etwas verändern, was bisher von Erfolg gekrönt war. Mit ihrer Art Musik zu machen haben sich Haggard weit über die Metal Grenzen hinweg einen Bekanntheitsgrad erspielt. „Tales of Ithiria“ verbindet wie die übrigen Werke bombastischen Metal mit Mittelalter, viel Klassik und beeindruckenden Death Growls. Dramatik, Theatralik, Symphonie, Sehnsucht, Trauer und Melancholie verschmelzen zu einem einheitlichen Klangerlebnis, wie es in der Musikszene seinesgleichen sucht. Spannung und Dramatik werden durch Prologe zwischen den Nummern verstärkt. Bereits das Intro ‚The Origin‘ zieht die Hörerschaft in ihren Bann. Von ‚Chapter I‘ bis ‚V‘ folgt der für Haggard typische Bombast Metal unterstützt von Streichsequenzen, Flöten und anderen klassischen Instrumenten. „Tales of Ithiria“ bietet noch mehr Klassik, als seine Vorgänger. Ein Mitgrund dafür ist auch die Coverversion ‚Hijo de la luna‘, ein Song über eine iberische Legende, begleitet von wunderbaren Frauengesang. Mit ‚Chapter V – The hidden Sign‘, einem würdigen Finale und meinen persönlichen Favoriten, schließt sich die Geschichte „Ithiria“.

„Tales of Ithiria“ wartet mit Tugenden auf, die man von Haggard bereits kennt. Viel Liebe fürs Detail, Mannigfaltigkeit, ein perfektes Orchester, düstere Atmosphäre und packende Geschichten. Warum dafür eine Wartezeit von fünf Jahren notwendig war, steht allerdings in den Sternen. Die neue CD ist gut, aber nicht besser als die Vorgänger. Also der Hammer den man sich nach einer langjährigen Pause erwarten durfte, der ist es nicht geworden. Trotzdem befinden sich die Süddeutschen weiterhin auf einen hohen Level.

Nichts neues im Hause Haggard. Wer bisher die Bayern in sein Herz geschlossen hat, der wird nicht enttäuscht sein und kann getrost beim neuen Album zuschlagen. Ob sich damit neue Fankreise erschließen lassen, ist noch abzuwarten. Für Leute die generell gegenüber experimenteller Musik nicht abgeneigt sind, lohnt sich ebenso ein Kauf. Zu hoffen ist, das wir nicht wieder fünf Jahre auf eine neue CD warten müssen.

Hörbeispiele zu Haggard finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/haggard2007
geschrieben am 18.10.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Haggard
Drakkar

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