CD-Review: Heralder – Twilight Kingdom

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[Epic Metal] – Twilight Zone Records  (2008)
Deutschland

Dramatik pur!

Gleich acht Musiker, davon zwei der weiblichen Gilde angehörend, nehmen den metallischen Markt in Angriff. Dabei sind der Armada aus dem saarländischen Hochwald alle Mittel recht. Mit Geister und Dämonen – Beschwörung, mystischen Keyboards und brachialen Gitarrenriffs versucht man den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Passend zur düsteren Atmosphäre werden die Stimmen von Björn Hacket, Tina Henschel und Steffi Gratz variabel eingesetzt, wobei sich der Männergesang gegenüber den zwei weiblichen Stimmen dominant zeigt. Zwischen krächzenden Black Metal – und hymnischen Tönen bewegen sich die Vocals von Leadsänger Björn Hacket.

Einflüsse von Blind Guardian sind nicht zu leugnen, wobei „Twilight Kingdom“ kein Konzeptalbum ist. Geschichten werden jedoch zur Genüge erzählt. Über heroische Schlachten, spannende Abenteuer und alte Legenden. Heralder fühlen sich in ihrer Musik von skandinavischen Bands der Neunziger, wie z.B. Ulver, Borknagar oder Satyricon beeinflusst. Falkenbach spielt ebenso eine Rolle in der Geschichte der Saarländer. „Heralder“ beruht auf einen alten Falkenbach-Song, der so gut gefiel, dass er gleich als Bandname herhalten musste. Einige Doom – und Gothic – Elemente machen den Genre Mix perfekt. Das ist auch das dicke Plus. Heralder klingen authentisch und bemerkenswert mannigfaltig. Die acht Metal Warriors ordnen sich selbst dem europäischen Epic Metal zu.

Höhepunkte sind auf „Twilight Kingdom“ jedoch ziemlich rar. Am ehernsten empfiehlt sich noch Titel Nummer Fünf: ‚The crimson gloom‘. Irgendwie hat man das Gefühl, Heralder sind ständig auf der Flucht. Hektisch werden verschiedene Parts aneinander gepresst. Abstimmung und Harmonie fehlen und dem Hörer entgeht nicht, dass zuviel experimentiert wird.

Etwas mehr Ruhe und Abgeklärtheit hätte nicht geschadet. Charmant ausgedrückt kann man es auch „Übermotivation“ nennen. Heralder klingen trotzdem interessant und der Hörer kann sich schon auf die nächste Schlacht, vielleicht mit einem Konzeptalbum und hoffentlich mehr Abgeklärtheit freuen.

 
Heralder präsentieren sich auf dem Debut ausdrucksstark, düster, und dramatisch. Der Dreiergesang kommt sehr gut an. Was auf „Twilight Kingdom“ noch fehlt ist ein klares musikalisches Konzept. Man wird mit einem Klanggewitter regelrecht überfordert. Die acht Musiker strotzen nur so vor Selbstvertrauen und vor allem guten Ideen. Nur müssen diese Ideen in der Praxis noch besser umgesetzt werden. Sollte das gelingen, dann kann aus diesem Projekt noch größeres entstehen.

Hörbeispiele zu Heralder finden Sie unter folgendem Link:
http://www.myspace.com/heralderepicmetal

geschrieben am 15.05.2008 von Erich
auf Feindesland
 
Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt):    9 von 15
Informationen:
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