CD-Review: Todesbonden – Sleep now, quiet forest

todesbonden

[Gothic Folk] – Prophecy (2008)
USA
Gothik Folk mit Anleihen aus dem Orient!

Mit jeder Menge Vorschußlorbeeren wurde die aus den USA stammende Combo, mit dem außergewöhnlichen Namen „Todesbonden“ bereits überhäuft. Die Rede ist von einem Flaggschiff an Innovation, welches auf die Hörerschaft zusteuert. Unabhängig, ob von einem amerikanischen Label gepuscht oder nicht, versuchen wir bei Folk-Metal Blog immer objektiv zu sein. Deswegen sehe ich einiges nicht so himmelstürmend, wie es teils andere Medien vertreten. Zuweilen die Amerikaner ja nicht neu am Musikmarkt sind. 2003 gegründet, haben Todesbonden immerhin schon ein Jahr später eine EP Namens „Stormbringer“ heraus gebracht. Und ein Feuerwerk an Innovation ist es ebenso nicht, wie von einigen Schreiberlingen zelebriert. Wohl ist Todesbonden auf seinem ersten Longplayer „Sleep now, quiet forest“ kreativ, aber man soll bitte die Kirche im Dorf lassen.

Was aber auf jeden Fall imponiert, sind die folkloristischen Einflüsse, die in erster Linie orientalisch und mediterran angehaucht sind. Weiters finden sich auf „Sleep now, quiet forest“ Anleihen aus dem Celtic – und World Music Genre. Genau das ist „Salz und Pfeffer“ auf dem neuen Werk der Musiker um Sängerin „Laurie Ann Haus“. Denn das Fundament ist nullachtfünfzehn Gothic der älteren Schule. Wohl besitzt „Laurie“ eine saubere Stimme, der Sound ist dank Labelunterstützung bestens abgemischt und erinnert an gute alte Lacuna Coil Zeiten – ganz nett, aber das haben zuvor schon tausend Bands praktiziert.

Beim Opener ‚Surrender to the sea‘ denkt man zu Beginn sofort an eine reine Gothic Scheibe, doch bereits gegen Mitte der Nummer trifft man auf die ersten orientalischen Einflüsse. ‚Surya Namaskara‘ – mein persönlicher Favorit auf dem Album – zeigt dann eindeutig, dass es in verschiedenste Folkrichtungen geht. ‚Trianon‘ bietet Celtic Flair gepaart mit düsteren Gothic Elementen. Ein absolut ästhetischer Song. Bei ‚Ghost of the crescent moon‘ – eine melancholische Celtic Ballade, zeigt „Laurie“ was in ihrer Stimme steckt. Insgesamt elf Titel prägen das atmosphärische Album, welches gegen Ende immer mehr Richtung Folk wandert. Was auch gut ist, denn genau das zeichnet die Amis aus. Z.B. ‚Fading Empire‘, ‚Sleep now, quiet forest‘ – zugleich Albumtitel – oder das Geschichtsträchtige ‚Battle of Kadesh‘ – eine mystische Nummer, die über die Schlacht von Ramses den II. gegen die Hethiter handelt, ohne das dabei ein einziger Text vorkommt. Hier zeigen Todesbonden eindeutig ihre starke innovative Seite, in dem sie die Dramatik des Ereignisses rein akustisch rüber bringen.

Todesbonden vereinen viele Elemente des Folks mit klassischem Gothic Metal. Mit ihrer neuen Platte werden die Amerikaner viele neue Fans gewinnen, schon alleine wegen der weltweit gut angelegten Promotion, aber sicher nicht nur deswegen.

Die Gothik Folk Metaller haben noch mehr vor. Anstatt der Keyboard Parts, sollen in Zukunft reine akustische Instrumente in den Vordergrund treten. Man ist noch auf der Suche nach geeigneten Musikern. Aber ein interessantes Vorhaben, welches schon Appetit auf mehr macht. Ein gute Platte, vor allem wegen der Folk, Orient, – und Celtic Einflüsse. Steigerungspotenzial absolut vorhanden.

Hörbeispiele zu Todesbonden finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/todesbonden

geschrieben am 23.07.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Todesbonden
Prophecy

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