CD-Review: Tyr – Land

tyr-land

[Viking Metal] – Napalm Records (2008)
Färöer
Viking Metal der alten Schule!

Die Färöer Inseln kennt man vielleicht von einer Kreuzfahrt in den Norden, einem Bericht über unbekannte Reiseziele auf VOX Tours oder von einem WM Fußball – Qualifikationsspiel. Eventuell weiß der ein oder andere darüber Bescheid, dass vor gut eintausend Jahren die Wikinger diese Inseln bewohnten. Und genau hier hacken wir ein. Wir bleiben bei den Wikingern, geben je eine Portion achtziger Metal, historische Texte und melodiösen Klargesang dazu. Das Ergebniss heißt „Tyr“ und ist wohl der bekannteste Musikexport des Inselstaates. Tyr stechen mit dem neuen Longplayer „Land“ zum vierten mal in See und präsentieren wieder ein souveränes Werk.

Land gibt sich so wie seine Vorgänger kompromisslos metallisch. Wenn man eine Band mit dem Begriff Viking Metal assoziert, dann muss als erstes der Name „Tyr“ fallen. Es gibt nicht viele Bands, die ihrem Stil so treu bleiben, wie die Mannen von den Färöer Inseln. Das mag zwar etwas an Popularität kosten, zeigt aber die Konsequenz der sympathischen Nordmänner. Da stört es kaum, dass sich eine neue Version von „Hail to the Hammer“ wieder auf der Platte befinden. Innovation ist sowieso nicht das Ding der vier Musiker. Dafür werden geradlinig die Fahnen des Metal hoch gehalten. Ein klarer hymnischer Gesang ist das Markenzeichen von Tyr. Wer braucht da schon ein Gegrunze dazwischen. Das soll kein Angriff auf Pagan – und Viking Metal Bands sein, die Death Growls miteinbeziehen, aber zu Tyr würden sie wie die Faust aufs Auge passen. Auf Land harmonieren nämlich Gesangs, Gitarren – und Drum Riffs perfekt.

Die Texte sind ebenso intelligent verfasst, abseits von Klischees und Märchen. Größtenteils werden Geschichten über die Färöer, Norwegen, bzw. der gesamten germanischen Welt erzählt. Man hält sich dezent an historische Gegebenheiten, bzw. zitiert aus alten Liedern und Sagen ohne Eigeninterpretation. Das ganze bekommt man hauptsächlich in der einheimischen Sprache und auf englisch zu hören. Etwas aus dem souveränen Gesamtwerk hervorzuheben fällt schwer. Meine Favoriten sind „Sinklars Visa“, „Lokka Tattur“, „Hail to the hammar“ und das Stück „Land“, was trotz seiner Länge am häufigsten durch die Boxen meines Wohnzimmers dröhnt.

Mit Land präsentieren Tyr ein starkes Album, welches zwar den Vorgänger Ragnaröck nicht toppt, aber gegenüber diesen auch nicht abfällt. Epische Hymnen, gepaart mit klassischen Metal, lassen die guten alten Achtziger wieder aufleben, ohne das die Band dafür ihre Eigenständigkeit opfert. Tyr kling ganz einfach zeitlos. Also liebe Mannen von den Färöer Inseln: „Bitte genau so weiter für die nächsten dreißig Jahre“.

Hörbeispiele zu Tyr finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/tyr1

geschrieben am 06.07.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 6 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Tyr
Napalm Records

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