CD-Review: Asmegin – Arv

asmegin-arv

[Folk Metal] – Napalm Records (2008)
Norwegen
Archaisches aus dem Fjordenland!

Wer Asmegin noch nicht kennt, braucht nicht verlegen werden, denn die fünf Jungs aus dem hohen Norden Europas haben es nicht so mit Öffentlichkeitsarbeit. Zwar existieren Asmegin bereits seit mehr als zehn Jahren, sind in Insiderkreisen nicht unbekannt, aber mit gerade mal zwei Alben (2003 – Hin Vordende Sod & 2008 – Arv), einem mageren Internetauftritt und ohne offizieller My Space Seite wird nicht gerade viel Promotion himself gemacht. Wer sich jedoch intensiver mit der Band auseinandersetzt, wird die Hintergründe der Zurückhaltung nur zu gut verstehen. Am besten gleich mit dem Vorwand, sich den neuen Silberling „Arv“ zu besorgen.

„Arv“ hat im Vorfeld die unterschiedlichsten Rezensionen erhalten. Von absoluten Lobeshymnen bis mittelmäßig und sogar weniger berauschend war die Rede. Das liegt vor allem daran, dass „Arv“ ein exzentrisches und vor allem emotionales Exemplar ist. Ohne Schleichwerbung für ein bestimmtes Magazin zu machen, hat Legacy wohl den Nagel am Kopf getroffen und „Arv“ als Geheimtipp tituliert. Und genauso ist das neue Werk der Skandinavier zu verstehen. Nicht jeder wird mit diesem Klanggewitter etwas anfangen können, nicht jeder wird es lieben, aber für einige wird es genau das Richtige sein.

Mit ‚Fandens Maelkebotte‘ wird die Hörerschaft gleich ohne viel Schnick Schnack in die Welt von Asmegin entführt. Zuerst mit einer gefühlvolle Frauenstimme und ungewohnten Slang(altnorwegisch), dann wird es härter und anhand der ersten Death Growls und Humppa Elemente könnte der Hörer eine Korpiklaani Kopie vermuten, doch der wird schnell eines besseren belehrt. Es handelt sich um kein klassisches und klischeehaftes Folk Metal Album. Bereits Song Nummer eins gibt die Richtung vor: jede Menge Tempowechsel, gefühlvolle Parts und archaische Elemente. Genauso archaisch, wie die Texte, die entweder auf norwegisch oder wie bereits erwähnt altnorwegisch gesungen werden. Übrigens eine Sprache, die die alten Wikinger noch verstehen würden. Der Name der Band ist, wie kann es anders sein auch altnordisch und bedeutet „Mit der Macht der Götter“.

Mit ‚Hjertbrand‘ geht es gefühlvoll weiter. Zwischen den Growls immer die angenehme Frauenstimme, wohlklingende Geigen – und Keyboard Riffs, die nie kitschig wirken. Ebenso wenig kitschig, wie die Humppa Nummer: ‚Generalen og Troldharen‘. ‚Arv‘, zugleich der Albumtitel, spielt alle Facetten des Folk Metal. Ein wunderschöner Geigenpart leitet ein tolles Stück ein. Hier kann man phasenweise die famosen Primordial heraus hören. Noch auffallender auf dem folgenden ‚Yndifall‘, ohne jedoch billig zu kopieren. ‚Gengangeren‘, eingeleitet mit einem Piano (Keyboard) Riff, bringt eine überraschende Wende. Erste Doom – und Dark Einflüsse mischen sich in die Folk Elemente. ‚Prunkende, Stolt i Jokumsol‘, eine düstere Ballade, beinhaltet sogar leichte Jazzinfluenza a la Opeth. Noch mehr in Richtung Opeth, ja teils sogar Jethro Tull, geht es mit dem letztem Stück ‚En Myrmylne‘. Für Abwechslung ist auf jeden Fall gesorgt, auch wenn der ein oder andere der Meinung sein mag, dass sich Asmegin zu weit aus den Fenster lehnen und nicht wissen in welche Ecke sie gehören.

Asmegin präsentieren mit ihrem neuen Werk eine vielseitige Folk Metal Platte. Freunde innovativer Metal Musik werden ihre Freude damit haben. Wer sich einem Klangerlebnis aus Folk, Humppa, Pagan, Dark und Doom a la Finntroll, Korpiklaani, Opeth und Primordial hingeben möchte, der sollte nicht zögern und zugreifen. Für mich hat „Arv“ aufgrund der Mannigfaltigkeit Kultstatus. Eine Scheibe welche sich garantiert in meinem CD Player öfter drehen wird.

Hörbeispiele zu Asmegin finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/asmeginfanpage
geschrieben am 27.12.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 14 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Asmegin
Napalm Records

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