CD-Review: Eisregen – Knochenkult

eisregen-knochenkult

[Dark Metal] – Massacre Records (2008)
Deutschland
Geliebt oder gehasst!

Nachdem die Konzertsaison für mich vorbei ist, widme ich mich wieder ruhigeren Dingen. Wenn ich allerdings auf die ausstehende Liste schaue, die noch bis Jahresende fertig sein soll, ist von Ruhe keine Spur zu finden. Um so mehr stand in Frage, die Thüringer Formation um Eisregen auf unseren Folk Metal Blog zu veröffentlichen. Warum ich mich für die Rezi dann doch entschieden habe, liegt auf der Hand. Nicht nur, weil wir bereits ein paar Gruppen aus dem Bereich Dark Metal veröffentlicht haben, sondern weil Eisregen zu bewerten eine reizvolle Aufgabe ist. Und vor allem, weil die Fleischer, made in Germany, ganz schön polarisieren können. Genau wie mit dem neuen Album „Knochenkult“.

Eisregen stehen mit ihrer neuen Veröffentlichung zwischen den Fronten. Bei den Rezis unterschiedlichst bewertet, haltet es sich mit den Fans aus dem Extreme Metal Bereich ähnlich. Die einen lehnen die Musik um Sänger Michael „Blutkehle“ Roth total ab, weil sie angeblich zu kommerziell ist, was ein Einstieg sowohl in die deutschen, bzw. österreichischen Charts unterstreicht. Die anderen sagen, das ist genau die Muke, die wir wollen. Eisregen wird geliebt oder gehasst. Objektiv betrachtet schaut es oft anders aus. Was an den drei Jungs und dem einen Mädel gefällt, ist die Eigenständigkeit und die Kaltschnäuzigkeit, wie die Songs auf Knochenkult präsentiert werden. Ohne Kompromisse ziehen sie ihr Ding ohne Rücksicht auf Verluste durch. Das macht Eisregen unberechenbar und die Schubladendenker werden sicher ihre Probleme damit haben.

Der Zensur hat man auch ein Schippchen geschlagen. Die Lyrics wurden erst gar nicht abgedruckt. Keine Angst; die Hörerin und der Hörer wird alles verstehen. Nicht nur weil auf deutsch gesungen wird. Wer die Fleischer aus Thüringern schon länger kennt, wird einen gewissen Zynismus nicht abstreiten können. Es ist allerdings nicht immer einfach zwischen Spass und Ernst zu unterscheiden. Wohl nicht ganz unbeabsichtigt. Wenn man nach den Namen der Homepage und der My Space Seite geht (siehe unten), dann ist ein gewisser Spaßfaktor nicht zu leugnen, auch wenn die Grenze zum guten Geschmack einige male strapaziert wird. Die ehemaligen Black Metaller bestechen mit einigen guten Songs auf Knochenkult. ‚Stahlschwarzschwanger‘ ist ein gelungener mystischer Opener, gefolgt von dem unbarmherzigen ‚Treibjagd‘. Meine Persönlichen Favoriten sind ’19 Nägel für Sophie‘ und ‚Schwarzer Gigolo‘. Beides Stücke, die gute Chancen haben, in den schwarzen Clubs auf und ab gespielt zu werden. Der Titeltrack ‚Knochenkult‘ sei noch als würdiger Vertreter der Midtempofraktion erwähnt.

„Knochenkult“ ist angerichtet und kann sich hören lassen. Nicht absolutes Spitzenfeld, aber ziemlich gut. Eisregen wird weiterhin polarisieren und das soll auch so sein.

Für mich ist die neue Scheibe alles andere als kommerziell. Um so mehr ist der Einstieg in die Hitparaden der Combo hoch anzurechen. Eisregen kann mit dem neuen Silberling Metaller aus allen Lagern ansprechen. Einfach ausprobieren. So falsch kann die Hörerschaft bei „Knochenkult“ nicht liegen.

Hörbeispiele zu Eisregen finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/frissscheisse
geschrieben am 7.12.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Eisregen
Massacre Records

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