CD-Review: Ingrimm – Todgeweiht

ingrimm - todgeweiht

[Medieval] – Black Bards (2008)
Deutschland
Rotziger kann Medieval nicht mehr sein!

Black Bards schießt zur Zeit ganz schön scharf. Nach der Veröffentlichung von Adorned Brood folgt mit Ingrimm binnen kürzester Zeit ein weiteres Geschoss aus der Folk Metal bzw. Medieval Ecke. Dabei handelt es sich um den zweiten Streich der Regensburger mit dem Titel „Todgeweiht“. Inhaltlich muss die schwärzeste Zeit des Mittelalters herhalten. Das markante Albumcover unterstreicht die dunkle Thematik.

Abgesehen von den Texten, die den Sündenfall, das Ketzertum, Narren und Krieger behandeln, geht es musikalisch ebenso beinhart ab. Keine Diskussion, Ingrimm ecken bei In extremo an, jedoch mindestens zwei Gänge härter. Dudelsack und Drehleier vereinen sich mit thrashlastigen Metal Riffs. Mit ‚Vogelfrei‘ beginnt das Medieval Metal Gewitter, gefolgt vom härtesten Song ‚Krieger‘ und ‚Ingrimm‘. Gleich zu Beginn ist das größte Manko erkennbar; der Gesang von Stephan „Fenris“ Zandt. Aber da es sich bei den Süddeutschen um ein junges Projekt handelt, ist diese Schwäche ja noch auszumerzen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wobei „Fenris“ in den tieferen Stimmlagen wesentlich besser aufgehoben ist.

Der Dudelsack ist beim gleichnamigen Albumtitel ‚Todgeweiht‘ auch nicht ganz stimmig, kommt jedoch über die restliche Spielzeit positiv rüber. Trotzdem ist der Neuling kompakter, wie das Debut „Ihr sollt brennen“. Was selten aber doch vorkommt; die Höhepunkte auf dem neuen Silberling kommen erst gegen Ende. Also wem „Todgeweiht zu Beginn nicht so gut gefällt, der sollte trotzdem bis zum Ende lauschen. Da ist mal das fetzige ‚Teufelsweib‘ – da passt auch die Stimmlage von „Fenris“ ideal – mystisch geht es bei ‚Narrentraum‘ ab, dafür balladenhaft bei der ‚Der Stern‘. ‚Sündig Fleisch‘, ‚Rot‘ und ‚Diaboli‘ sind gleich im Triplepack meine Favoriten. ‚Sündig Fleisch‘ gefällt vor allem durch die Dudelsack Parts und die Gitarrenarbeit, ‚Rot‘ überrascht mit spielfreudigen Breaks und einem Refrain der ins Ohr geht, ‚Diaboli‘ schließt das Werk metallisch gut.

„Todgeweiht“ ist eine recht passable Platte, allerdings mit ein paar Ecken und Kanten. Aber gerade diese Ecken und Kanten machen das Zweitwerk der Regensburger interessant. Auf Innovation wird gepfiffen. Ingrimm kommen ehrlich, schmutzig und bissig rüber. So wie es einmal bei In extremo der Fall war.

Wer auf In extremo und Subway to sally abfährt, es dennoch rauer und härter braucht, der wird mit Ingrimm glücklich werden. Getrost sind die Regensburger eine Band für die Zukunft. Das Projekt steht erst seit Winter 2005, daher ist noch einiges nach Oben möglich.

Hörbeispiele zu Ingrimm finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/rockgrimm
geschrieben am 18.12.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 5 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Ingrimm
Black Bards

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