CD-Review: Jännerwein – Abendläuten

jaennerwein - abendlaeuten

[Neo Folk] – Steinklang Records (2008)
Österreich
Neofolk aus Österreich!

Im Rezensionenstress der letzten Tage kann ich mit Stolz eine Neuigkeit aus meiner Heimat präsentieren. Jännerwein – ehemals bekannt als Neuland – ist eine Neofolk Band aus Salzburg, die von Max KTG 2005 gegründet wurde. 2007 wurde das Projekt mit Benjamin Sperling und Peter Feldl ergänzt und inspiriert von dem Volkslied über den Wildschütz Jennerwein, in Jännerwein umgetauft. 2008 gab es die ersten Live Auftritte; unter anderen das bereits jetzt schon unter Insidern legendäre erste Konzert außerhalb der Heimat, in der Titanic City München.

Parallel erschien das Debut der Salzburger, „Abendläuten“. Mit ihrem Erstlingswerk legen die drei Jungs bereits jede Menge Professionalität an den Tag, so als wäre es die X-te Produktion. Jännerwein zeigen den Großen, dass man auch mit minimalen Budget ein solides Projekt aufstellen kann. Denn noch immer spielt die Musik und nicht das Geld. Mit ‚Abendläuten‘, dem gleichnamigen Albumtitel, begibt sich die Hörerschaft auf eine melancholische Reise durch Berge, Täler und Seen. Der Hörer schließt seine Augen und spürt die Urkraft der Heimat. Zwar hätte ich die Kirchenglocken als Intro weggelassen, aber das war es dann schon mit meiner einzigen kritischen Bemerkung. Die Salzburger konzentrieren sich auf das wesentliche. Das heißt dezenter Synthesizer und E-Bass, begleitet von jeder Menge Akustik, wie Gitarre, Bouzouki, Drehleier, Ziehharmonika, Dudelsack, Flöte, uvm.

Es folgt ‚Klage‘ und ein akustischer Ohrwurm: ‚Instrumental I‘. Nummer vier ist für mich der Höhepunkt: ‚The grass is always browner‘. Übrigens der einzige Titel auf englisch. Der Rest wird auf hochdeutsch gesungen. Was „Abendläuten“ so interessant macht ist das alle drei Mitglieder in den Gesang, meist mehrstimmig, integriert sind. Auch Choräle fehlen nicht, wie z.B bei ‚Sturm‘. Mit einem weitern Highlight ‚Vereinsamt‘ geht die Gänsehautstimmung weiter. ‚Den Berg empor‘, das emotionale ‚Wehmut‘, ‚Burian‘, ‚Instrumental II‘, ‚Bei gedämpften Trommelklang‘, ‚Abendgebet‘ und ‚Ausklang‘ vervollständigen die Playlist und machen „Abendläuten“ zu einen Heimatwerk der besonderen Art.

Jännerwein haben mit ihrem Debut nichts neues erfunden und trotzdem eine Eigenständigkeit entwickelt, welche ganz alleine dem musikalischen Talent der drei Österreicher zuzuschreiben ist. Man kann auf alle Fälle gespannt sein, wie es mit Jännerwein weiter geht.

„Abendläuten“, das ist Heimat verbundenener Folk und New Wave. Bereits jetzt gilt Jännerwein als Geheimtipp in der deutschsprachigen Neofolk – Szene; und das zurecht. Wer mit den Ösis noch nichts anfangen kann, aber Seelenthron und Orplid zu seinen Favoriten zählt, sollte baldigst bei „Abendläuten“ zuschlagen.

Hörbeispiele zu Jännerwein finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/neulandmusik
geschrieben am 8.12.2008 von Erich
auf Trip4you

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Jännerwein
Steinklang Records

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