CD-Review: Alestorm – Black sails at midnight

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[Folk Metal] – Napalm Records (2009)
Schottland
Die Piraten stechen wieder in See!

Mit dem Debut „Captain Morgan’s Revenge“ stellte sich 2008 ein neues Subgenre vor. Der „True Scottish Pirate Metal“ war geboren – Ironie, aber die vier Schotten wissen wie der Hase läuft und haben sich mit diesem Konzept bisher recht gut verkauft. Der Mix aus Running Wild Image, Piratenromantik und Gute Laune – Folk ist gut angekommen. Die Anfragen der Festival Veranstalter überhäuften sich, denn „Alestorm“ ist eine Band zum herzeigen. So viel, so gut, nur die erste CD hinkte musikalisch weit hinten nach und wurde den Lobeshymnen im Vorfeld nicht gerecht. Sämtliche Rezensionen landeten maximal im Mittelfeld, auch die von Folkmetal.at. Das Debut konnte zwar mit guter Laune und einen genialen Hit, der zugleich der Titel des Albums ist, punkten, doch der Rest war sehr durchschnittlich. Mal sehen, was da der Nachfolger bringt.

Den Silberling das erste mal in den Player eingeschoben, gibt es mit dem Opener ‚The quest‘ einmal keine große Überraschung. Es scheint im Stile des Power/Folk Metals von „Captain Morgan’s Revenge“ weiter zu gehen. Das einzige was bereits auffällt, sind die wesentlich härteren Gitarren Riffs gegenüber dem Vorgänger. ‚Levianthan‘ kennen wir bereits von der gleichnamigen EP, die drei Monate zuvor erschienen ist. Auch noch nicht die große Überraschung, wobei diese Nummer schon mehr Breaks und variablerer Passagen gegenüber den Songs des Erstlingswerks beinhaltet. Mit ‚The famous ol‘ spiced‘ wird es noch variabler. Hier geben sich gefühlvolle Epik und beinharte Gitarren Riffs die Hand. Das Keyboard kommt nur mehr, so wie auf allen anderen Songs, kurzweilig in den Vordergrund, was absolut zu begrüßen ist. Die Pipes geben diesem Song noch zusätzlich einen folkloristischen Touch.

Der Hörer spürt förmlich, da liegt noch was in der Luft. Im Gegensatz zu „Captain Morgan’s Revenge“, wo der Scheibe bereits frühzeitig der Atem ausging. Nicht so auf „Black sails at midnight“. Denn mit Nummer vier ‚Keelhauled‘ folgt ein richtiges Highlight. Eine knallharte Folk Metal Nummer der Sonderklasse a la Korpiklaani oder Finntroll. Da wird in die Seiten gedroschen, dass es eine metallische Freude ist. Gebe es eine Folk Metal Hiparade, dieses Stück wäre ganz weit oben. Der Hörerschaft wird gleich anschließend mit ‚To the end of our days‘ ein weiterer Leckerbissen geboten. Da gehen es Alestorm etwas ruhiger an und staune einer, da kommen sogar progressive Elemente zum Vorschein. Mit Überraschungen geht es weiter. ‚Black sails at midnight‘ ist der Härtepol schlechthin, eine Thrash Nummer im Stile der Achtziger.

‚No quarter‘ ist eine klassische Humppa Komposition mit dem typischen Akkordeon Keyboard Stil von Alestorm und zugleich das einzige Instrumental auf dem Silberling. ‚Pirate Song‘ – hymnisch, trotzdem hart und griffig – ist für Alestorm nicht nur afgrund des Titels maßgeschneidert und wird Live sicher ein Renner. ‚Chronicles of vengeance‘ ist Dramatik pur und zum Abschluss darf zu ‚Wolves of the sea‘ einen weiteren bekannten Song, der bereits auf der „Leviathan EP“ vertreten war, geschunkelt werden.

Alestorm präsentieren sich auf „Black sails at midnight“ im Gegensatz zum Debut variantenreicher, härter und folkloristischer. Genau diese Punkte sind der Grund, warum die Schotten musikalisch das bringen, was man bereits im Vorfeld von „Captain Morgan’s Revenge“ erwartet hat. Dafür gibt es eine gewaltige Steigerung in der Kategorie „Innovation“ und natürlich ebenso in der Gesamtwertung. Auch dank eines genialen Stückes wie ‚Keelhauled‘.

Hörbeispiele zu Alestorm finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/alestorm
geschrieben am 7.6.2009 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Alestorm
Napalm Records

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