CD-Review: Amorphis – Skyforger

Amorphis - Skyforger Front

[Progressive Metal] – Nuclear Blast (2009)
Finnland
Aus allen dunklen Richtungen des Metals!

Nuclear Blast lässt es wieder einmal krachen. Der 29. Mai war so etwas wie der Supergau. Gleich jede Menge Veröffentlichungen sind mit dem Datum geprägt. Ab und zu muss N.B. die Muskel spielen lassen und zeigen, wer das Geschehen am Plattensektor diktiert. Ein Release mit dem Siegel 29. Mai, der unser Interesse speziell weckt, ist der von Amorphis.

„Skforger“ heißt der neunte Streich der Finnen, die in ihrer Heimat schon längst Kultstatus erreicht haben. Wer etwas Ahnung von der finnischen Musikszene hat, weiß um die Bedeutung von Amorphis, die bereits mit ihren acht Veröffentlichungen die finnischen Charts gestürmt haben. Und wer im hohen Norden solch einen Status besitzt, der ist auch im restlichen Europa und noch weiter ein Begriff. Daran wird auch nichts das neue Werk „Skyforger“ ändern. Eine Chartplazierung ist vorprogrammiert.

Nach dem ersten Durchlauf war ich aber alles andere als begeistert. Die ersten Eindrücke: „Nichts neues, noch eine Spur kommerzieller als die Vorgänger, kaum mehr Growls, fast schon Poplastig, kaum Folk Einflüsse, HIM lässt grüßen.“ Doch nach dem fünften abspielen sah die Sache schon anders aus. Amorphis schaffen es anscheinend immer wieder, sogar hartgesottene Metalheads, in ihren Bann zu ziehen. „Skyforger“ ist, wie alle anderen Tonträger zuvor ein Album, welches seine Zeit braucht, um auf die Hörerschaft zu wirken. Doch wenn die einzelnen Stücke eingefahren sind, dann gibt es kein entrinnen mehr und „Skyforger“ wird wie die anderen Werke zuvor lange Zeit in den Vitrinen der Käufer an vorderster Front griffbereit sein. Nach dem Motto: „Lange währt am besten“.

Dem Konzept „Finnische Mythologie“ bleiben die sieben Mannen aus dem Norden treu. Die „Kalevala“ muss wieder mal herhalten. Diesmal dreht sich die Geschichte um den Himmelsschmied aus der Kalevala. Im Gegensatz zu einheimischen Kollegen aus dem Folk Sektor wird auf Englisch gesungen. „Amorphis“ ist auch nur bedingt dem Folk zuzuordnen. Klare folkloristische Einflüsse zeigen sich nur auf ‚Highest Star‘, ‚From earth I rose‘ und ‚Skyforger‘. Diese Songs sind für mich zugleich die Höhepunkte auf dem neuen Silberling. ‚Course of fate‘ geht ins Ohr, ebenso wie die erste Singleauskoppelung ‚Silver Bride‘, die hartgesottene Metaller vielleicht nicht so beeindrucken wird. Dafür wohl eher ‚Majestic Beast‘, wo die Growls ausnahmsweise bestimmend sind. Ansonsten steht zum Großteil der Klargesang im Vordergrund. Gesamt zeigen sich die elf Titel nach mehrmaligen Durchläufen eingängig.

„Amorphis“ ist keine gewöhnliche Band, das zeigen sie mit „Skyforger“ wieder mal sehr deutlich. Jemanden das musikalische Konzept der Finnen zu verdeutlichen, ist ungefähr so schwer, wie dem Papst das Heidentum zu erklären. Die sieben Musiker um Vokalist „Tomi Joutsen“ durchwandern die gesamte Metal – und Rock Welt und kreieren so ihren unverkennbaren Stil, seit sie vom Death Metal abgekommen sind. Die Schweden „Opeth“ kann man noch am ehesten als Vergleich nehmen.

Die Amorphen haben wieder einmal kreatives Schaffen an den Tag gelegt. Befürworter von „Eclipse“ (2006) und „Silent waters“ (2007) werden auch mit „Skyforger“ glücklich sein. Wer noch keine Berührung mit „Amorphis“ hatte und sich experimenteller Mannigfaltigkeit hingezogen fühlt, wird mit dem Klangerlebnis „Skyforger“ ebenso seine Freude haben.

Hörbeispiele zu Amorphis finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/amorphis
geschrieben am 31.5.2009 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Amorphis
Nuclear Blast

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