CD-Review: Black Messiah – First war of the world

black messiah_first war of the world

[Pagan Metal] – Soulfood Music (2009)
Deutschland
Der erste germanische Krieg!

Für alle die in der Schule nicht aufgepasst haben und beim Vortrag über den ersten Krieg zwischen Asen und Vanen geschlafen haben, gibt es jetzt Nachhilfeunterricht in nordischer Mythologie. Nämlich in Form des neuen Tonträgers von Black Messiah „First war of the world“. Das Zeitrad muss im Falle der Mannen von „Black Messiah“ zwar nicht so weit zurückgedreht werden, aber immerhin existieren die Pagan Veteranen seit anno 1992. Damit gehört die Combo aus dem Ruhrpott zu den Mitbegründern der Pagan Szene, zumindest im deutschsprachigen Raum. Was speziell ein verdienst von Oberhaupt und Sänger „Zagan“ ist, der als einziger seit Beginn an dabei ist.

Musikalisch hat sich doch einiges im Hause „Black Messiah“ getan. Waren die Gelsenkirchener bisher für ihren bodenständigen Pagan Metal bekannt, so ortet die Hörerschaft diesmal mehr Folk – und Humppa Einflüsse. Das verleiht dem Gesamtkonzept auf einmal sogar eine innovative Note. Ein Punkt der bis Dato wohl eher eine der Schwächen der Ruhrpott Wikinger war. Für alteingesessene Fans kann man aber sofort Entwarnung geben. Der geradlinige Pagan Stil bleibt. „Zagan“ bedient sich seiner Violine häufiger und die Humppa Elemente geben der ansonst ernsten Thematik so etwas wie einen „Gute Laune Touch“. Auf „First war of the world“ sind ständige Tempowechsel keine Seltenheit. Auch hier können die Schwarzen Bekehrer überraschen. Was einzig stört, sind die etwas zu lang geratenen Prologe zwischen den musikalischen Beiträgen.

Das bereits angesprochene Konzept kann überzeugen, doch möchte ich mit einzelnen Hervorhebungen nicht sparen. ‚The vanir tribe‘ beginnt speedig und melodiös, ehe der markante und aggressive Gesang von Allrounder „Zagan“ einsetzt, der auf ganzer Linie (somit dem ganzen Silberling) überzeugen kann. ‚Gullveig‘ ist ein Song, der absolut ins Ohr geht und für gute Partystimmung sorgt. Ein historischer Beweis, dass bereits die Asen zu Humppa Metal tanzten. ‚Burn Vanaheimr‘ ist ein typischer Black Messiah Titel, der auch aus vergangener Zeit stammen könnte. ‚Das Unterpfand‘ überzeugt mit mannigfaltiger Violinen – und Gitarrenarbeit. ‚Andacht‘ ist so, wie der Name sagt, ein episch, hymnisches Lied, welches es mir besonders angetan hat. Beim lauschen dieser Nummer wird man in vergangene, heroische Zeiten versetzt. Spätestens mit nächstem Titel, – zugleich dem Bonustrack – wird Hörer und Hörerin wieder in die Gegenwart zurückgeholt. ‚Söldnerschwein‘ mit zweideutigem Text, verleiht wieder Schunkellaune, setzt sich vom musikalischen Schema der restlichen CD jedoch etwas ab.

„Black Messiah“ enttäuschen mit ihrem neuen Werk kaum jemanden. Die alte Garde wird zufrieden sein und trotzdem werden die Ruhrpott Veteranen aufgrund epischer und folkloristischer Einflüsse eine neue Anhängerschaft dazu gewinnen. Der schwarze Messias hat den Lauf der Zeit erkannt und sein musikalisches Spektrum im positiven Sinn erweitert. Der Konsument wird es danken.

Hörbeispiele zu Black Messiah finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/blackmessiah2
geschrieben am 11.5.2009 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Black Messiah
Soulfood Music

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