CD-Review: Finsterforst – …zum Tode hin

Finsterforst - Zum Tode hin

[Pagan Metal] – Einheit Produktionen (2009)
Deutschland
Neue heidnische Impressionen aus dem Schwarzwald!

Mit dem Release von Finsterforst geht eine längere Durststrecke für die Folk/Pagan Fangemeinde zu Ende. 2009 hat etwas auf sich warten lassen. Um die selbe Jahreszeit waren schon Hammerproduktionen von Eluveitie, Primordial und Svartsot auf dem Markt. Aber keine Angst, es steht schon einiges in der Warteschleife und ich kann garantieren, das 2009 ein ähnlich gutes Jahr für unsere Fangemeinde wird. Der erste Feger liegt mir zu Handen.

Gut ein Jahr nach dem Debut „Weltenkraft“ steht „…zum Tode hin“ in den Läden. „Weltenkraft“ hat in der Szene aufhorchen lassen. Ein gelungenes Erstlingswerk mit viel Potenzial. Speziell die Vorreiterrolle des Akkordeons sorgte für Aufsehen. Die Kritiken waren gut, was noch fehlte war der Feinschliff. Die Richtung passte, das Konzept war aber noch unvollständig und die sehr gewagten 77 Minuten für den ersten Silberling haben sich ausgezahlt, jedoch bemängelte die Hörerschaft eine gewisse Monotonie. Mit „…zum Tode hin“ steht der Nachfolger mit 70 Minuten kaum an Spielzeit nach, doch verteilt sich das ganze auf fünf Songs im Vergleich zu 10 auf „Weltenkraft“. A la Moonsorrow setzt man also auf eine Überlänge. Der kürzeste Titel beträgt 11.25 Min. Der längste stolze 21.38 Min. Wieder eine gewagte Sache, wer jedoch glaubt es könnte auf „…zum Tode hin“ eine gewisse Langweiligkeit entstehen, der irrt gewaltig. Die sieben Jungs aus dem Schwarzwald haben sich in dem einem Jahr enorm weiterentwickelt. „…zum Tode hin“ klingt an allen Ecken und Enden reifer, ohne jedoch die gewisse Verspieltheit zu vermissen. Das Akkordeon nimmt weiterhin die Vorreiterrolle ein, welches somit eindeutig zum Markenzeichen von Finsterforst avanciert ist. Es ist das Salz in der Suppe, der Pfeffer die Breaks, die auf der neuen Scheibe, auch bedingt durch die Länge der einzelnen Stücke notwendig sind. Breaks schön und gut, die müssen auch gekonnt rüberkommen. Genau das schaffen die sieben Musiker aus Germany. Die Übergänge von Mid – auf Up Tempo und umgekehrt kommen sowohl atmosphärisch, als auch technisch optimal rüber.

Genau das ist das Stichwort: Atmosphäre. Mann/Frau kann sich zurücklehnen, die Augen schließen und den Wald vor sich sehen, dunkel, bedrohlich und Angst einflößend und doch so wunderschön archaisch. „..zum Tode hin“ erzeugt eine Stimmung die greifbar ist und doch weit weg, voller Sehnsucht nach dem Unerklärlichen. Das neue Werk ist nicht als klassisches Konzeptalbum zu verstehen, trotzdem ist kein bestimmter Titel hervorzuheben, da die Gesamtheit das Album stark macht. ‚Urquell‘ leitet das Megawerk mit einem wunderschönen Akkordeon Part ein. Es folgt das ‚Große Erwachen‘, ‚Seines glückes Schmied‘, ‚Sturmes Ernte‘ und zur Darstellung des ewig Vergänglichen passend am Ende ‚Untergang‘.

Nach fünf Titeln ist Schluss, es ist über eine Stunde vergangen und man glaub es kaum, dass die Zeit so schnell vergehen kann. Die Vocals von Marco Schomas tragen das Ihrige dazu bei. Im Vergleich zu „Weltenkraft“ wird der Gesang gezielter eingesetzt und passt so optimal in das Gesamtkonzept. Unbeding erwähnen muss man noch die wunderbaren Flötenpassagen. Neben dem Akkordeon auch nicht mehr wegzudenken.
All das macht „…zum Tode hin“ zu einem gelungenen Pagan/Black/Folk Metal Album.

Ich persönlich habe mich auf die neue Finsterforst Veröffentlichung gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Im Gegenteil, mit „…zum Tode hin“ haben sich die Mannen aus dem Schwarzwald in die oberste Liga der Pagan/Black Metal Szene im deutschen Sprachraum gespielt. Die absolute Höchstpunkteanzahl lassen wir aber noch für das nächste Werk offen, auf welches wir uns schon jetzt freuen dürfen. Bis dahin heißt es zurücklehnen und „…zum Tode hin“ genießen.

Hörbeispiele zu Finsterforst finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/finsterforst
geschrieben am 7.3.2009 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Finsterforst
Einheit Produktionen

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