CD-Review: My Dying Bride – For lies I sire

my dying bride_for lies i sire

[Gothic Doom] – Peaceville Records (2009)
England
Gothic Doom mit Folk Anleihe!

Diesmal wagen wir einen Ausflug in ein Nachbargenre. Aus gutem Grund. Doom Metal ist nicht nur ein an Düsterheiten und Mystik ähnliches schwarzes Aushängeschild wie der Folk/Pagan Metal, sondern auch seit mehreren Jahrzehnten eine feste Bank in der Metalszene. My Dying Bride, eine Gothic Doom – Institution, die es bald 20 Jahre gibt und Anfang der 90er Jahre zu den glorreichen „Drei“ der genannten Szene angehörte: „Paradise Lost, Anathema und eben My Dying Bride“. Letztere sind die einzigen die ihrer Sache treu geblieben sind. Ohne Folk Elemente hätten auch sie keine Chance in unsere Rezi zu kommen. Für diesen Part sorgt die Violine, die auf „For lies I sire“ nach längerer Abstinenz wieder ein fester Bestandteil von My Dying Bride geworden ist.

Auf „For lies I sire“ wird 60 Minuten verdammt guter düsterer Metal zelebriert. Unabhängig von Schubladendenken ist die Platte ein Szene übergreifende Leckerbissen für alle Headbanger. Wohl geht es in erster Linie um schwere dumpfe Parts, wie im Doom Metal üblich, doch was auf diesem Tonträger geboten wird, ist tiefster Abgrund der Funeralie, mit einem Wort melancholischer und schöner kann man den Tod nicht darstellen. ‚My body a funeral‘ beginnt da so richtig klassisch doomig, bevor gleich die Violine ihren ersten starken Auftritt hat. Gratulation an dieser Stelle an Katie – eine absolute musikalische Bereicherung. ‚Fall with me‘ ist sowas wie der Hit der Scheibe, der auch bisher auf allen Promoveröffentlichungen den Vorzug erhalten hat. Wohl zurecht. ‚Bring me victory‘ macht einen kurzen Seitensprung in die Darkwave Schiene, was aber keineswegs kitschig rüber kommt. ‚Echos from a hollow soul‘ beinhaltet wunderschöne Piano Riffs und ‚Santuario di sangue‘ ist die übliche Hommage an die italienische Sprache von My Dying Bride. Sie verleihen Zitat der Band: „Dem ganzen einen exotischen Flair“.

Und ist einem schon ganz doomig vor Augen, dann wird er mit ‚A chapter in loathing‘, einer Death Metal Nummer, überrascht. Keineswegs eine Neuigkeit von My Dying Bride. Die Wurzeln der Band liegen unter anderem im Death Metal. Anbei sei zum Abschluss noch die variable Stimme von Gründungsmitglied Aaron Stainthorpe lobenswert erwähnt. Mit dem elf minütigen ‚Death triumphant‘ wird ein wunderbares Kapitel geschlossen, welches Hörer und Hörerin dazu bewegen wird, es immer und immer wieder zu öffnen.

Das neue Werk von My Dying Bride wird sowohl klassische Doom Fans, als auch Folk Metaller, die gegen einen Seitensprung nicht abgeneigt sind, begeistern. Gothics aufgepasst: „Wer Nightwish und Edenbridge zu seinen Favoriten zählt, für den wird „For lies I sire“ zu schwere Kost sein. Verehrer der alten Paradise Lost und Anathema werden da eher ihre Freude haben.

Hörbeispiele zu My Dying Bride finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/mdbride
geschrieben am 17.3.2009 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: My Dying Br

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s