CD-Review: Subway to Sally – Kreuzfeuer

subway to sally_kreuzfeuer

[Medieval] – Nuclear Blast (2009)
Deutschland
Top Platzierung garantiert!

Subway to Sally vereinnahmt in der Medieval Szene so etwas wie den Götter – Status und teilt sich diesen nur mit den Widersachern von In Extremo. Rezensionen sind da fast gar nicht mehr notwendig. Egal ob gut oder weniger gut, die Platte wird gekauft – der Name zählt. Natürlich muss man sich so einen Status erst erarbeiten und die Medieval Könige sind zurecht da Oben. Aber wie verhält es sich wirklich mit einer Band, die doch schon ein paar Jahre (seit 1990) am Buckel hat und gerade wieder ein neues Album zum Besten gibt?

Wir versuchen diese Frage objektiv zu beantworten. „Kreuzfeuer“ heißt das neue Werk und geht bereits seit einer Woche wie die warmen Semmeln weg. Ohne Kompromisse und Intro schießen die Potsdamer gleich aus den Rohren, allerdings überraschend mit hohen Oktaven – gar nicht schwarz wie gewohnt, sogar fröhlich kommen die ersten Töne aus den Boxen, um gerade im Moment der Überraschung sofort in die für Subway to Sally – Ohren gewohnt tieferen Klänge abzudriften. ‚Aufstieg‘ präsentiert sich als abwechslungsreicher Opener. Wie immer gibt es einen Fingerzeig auf die Religion: ‚Judaskuss‘ heißt er und wird mit mystisch, orientalischen Klängen eingeleitet. Ein typischer S.T.S Song, der auch vor gut 10 Jahren in das Konzept gepasst hätte. Für mich das Lieblingsstück auf „Kreuzfeuer“.

‚Besser du rennst‘ hat einen absoluten Wiedererkennungswert und ich tippe auf eine vordere Platzierung in den Charts. Die erste Single – Auskoppelung – eine klassische Rock Nummer – ist der erste Schwenk Richtung kommerzieller Orientierung auf dem aktuellen Tonträger. Und so geht es auf „Kreuzfeuer“ weiter. ‚So fern, so nah‘, ‚Einsam‘, ‚Komm in meinen Schlaf‘ (mit eingängigen melancholischen Frauengesang) und ‚Versteckt‘ sind alles feine Rock Hymnen, aber zeigen, dass es S.T.S wesentlich ruhiger angehen. Dazwischen drängt sich zumindest im Ansatz eine Folk Nummer mit ‚Angelus‘, welche an ‚Eisblumen‘ erinnert. ‚Krähenkönig‘ geht es wieder etwas flotter an, ‚Niemals‘ noch dynamischer, mit den für die Ostdeutschen bisher so gewohnt rauen Stil. Für mich ein weiterer Favorit, auch wegen der tollen folkigen Violine Parts von Gottfrau Schmitt. Zum Abschluss wird es mit ‚Vater‘ wieder sehr besinnlich, hymnisch und emotional.

Resümee: Subway to Sally waren mit ihrem Meisterwerk „Nord Nord Ost“ am Zenit, mit „Bastard“ war es trotz kommerzieller Erfolge ein kleiner Rückschritt und mit „Kreuzfuer“ stagnieren die Potsdamer. Allerdings noch immer auf sehr hohen Niveau.

Wer bisher eingefleischter S.T.S war, wird es auch mit „Kreuzfeuer“ bleiben und viele neue werden folgen, weil die Hitparade ruft. Subway to Sally sind ruhiger und eingängiger geworden. Mit ihrer nächsten Veröffentlichung sollten sie jedoch wieder innovativer und dynamischer werden, vor allem nicht noch mehr in Richtung Kommerz abwandern, sonst könnte das Mittelmaß drohen.

Hörbeispiele zu Subway to Sally finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/subwaytosally
geschrieben am 4.4.2009 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Subway to Sally
Nuclear Blast

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