CD-Review: Bifröst – Heidenmetal

bifroest_heidenmetal

[Pagan Metal] – Einheit Produktionen (2010)
Österreich
Feuer gegen Eis!

Der Februar ist bekanntlich ein heißes Monat was Veröffentlichungen anbelangt. Viele Großkaliber bringen ihre neue Mucke auf den Markt. Da kann der ein oder andere unbekannte Interpret leicht untergehen. Um so mehr freut es mich eine Band vorzustellen, die zwischen den sogenannten Großen für Aufmerksamkeit sorgt. Nicht nur aus patriotischen Gründen – die fünf Herren kommen ja aus Österreich – sondern weil es vor allem musikalisch gerechtfertigt ist.

Bifröst nennen sich die jungen Mannen aus Salzburg, die nicht mal ganz so neu sind. 2005 gegründet haben sie immerhin schon einen Longplayer in Eigenproduktion am Buckel. Mit dem Deal zum deutschen Label Einheit Produktionen war der Weg für das neue Album geebnet. Doch ganz schön frech, was sich die junge Garde da traut. In Zeiten wo die CD-Läden nur so von Pagan Metal Bands überschwemmt werden und sich ein nicht zu leugnender musikalischer Monotheismus in das Genre eingeschlichen hat, da bringen just die Mitglieder von Bifröst eine Pagan Scheibe mit den Titel „Heidenmetal“ auf den Markt. Nicht noch genug der Schandtat wird die letzte Schlacht zum tausendsten mal vertont und ‚Odins Söhne‘ müssen wieder mal herhalten.

Aber warum nicht und gerade deshalb. Generell sollte sich der Konsument von Verpackung und Text nicht immer beeinflussen lassen und lieber probehören. Wer in die neue Bifröstscheibe reinhört wird gleich mit ‚Normannenzorn‘ konfrontiert. Auf ein Intro wird gleich mal verzichtet. Diese Nummer ist zugleich einer der Höhepunkte auf der Scheibe und gibt Aufschluss auf das, was den Hörer noch erwartet. Pagan Metal der modernen Art, ein bissiger und dennoch nicht überzogener Gesang von „Patrick Waldenhofer“ der den Aggressionsfaktor stets hochhält, abwechslungsreiche Gitarrenarbeit die zeitweise in den klassischen Metalbereich übergeht und variable Keys. Die Keyboardpards sind teils sehr innovativ gestaltet, teils aber auch poppig und zu langatmig. Da sind wir schon bei der einzigen Schwachstelle, die wir übrigens bereits von einer Band Namens Equilibrium kennen. Genau zu dieser Band gibt es sicher die ein oder andere Parallele, ebenso in einigen Parts zu Wolfchant, Finsterforst oder Altvater. Somit ist das Zielpublikum auch thematisiert. Wobei – und das ist das Entscheidende – Bifröst eine Eigenständigkeit entwickelt hat, die nur Ähnlichkeiten zulässt, keinesfalls abkupfert.

Zwölf Titel bieten abwechlungsreichen Pagan Metal mit vielen modernen Elementen. Als Anspieltipps seien ‚Normannenzorn‘, ‚Berserker‘, ‚Der Mönch‘, ‚Fest der Trolle‘, ‚Weingeist‘ und ‚Ragnaroek‘ erwähnt. Letzterer befand sich schon auf der Eigenproduktion „Schlachtklänge“ (2006). Gleich ein Anliegen, bzw. Tipp an Einheit Produktionen: „Wie wärs mit einem Re-Release der ersten Platte von Bifröst“. Mit ‚Heimgang‘ gibt es sogar einen netten melancholischen Abschluss in Form eines Instrumentals.

Ein gelungenes Werk der Salzburger, die vor allem beim jüngeren Publikum punkten werden. Fazit: Frechheit siegt. Die Jungs aus Österreich haben sich gute 12 Punkte verdient und da ist noch Luft nach Oben.

Hörbeispiele zu Bifröst finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/bifrst
geschrieben am 11.2.2010 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Bifröst
Einheit Produktionen

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