CD-Review: Abinchova – Hörensagen (Demo-EP)

Abinchova_Horensagen

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2009)
Schweiz
Heidenlärm aus Luzern!

Keine Frage, es gibt derzeit ein Überangebot am Pagan/Folk Metal Markt. Bands und Produktionen wachsen aus den Boden, wie die Pilze im Spätsommer. Von einer Übersättigung kann aber noch nicht die Rede sein. Im Endeffekt trennt sich sowieso die Spreu vom Weizen. Um so erfreulicher ist es, dass es immer wieder junge Bands gibt, die nicht nur Finntroll, Ensiferum, In Extremo, usw. nacheifern, sondern auch selbstbewusst mit eigenen Ideen ans Werk gehen. Ein solch erfreulicher Fall ist „Abinchova“ aus unserem Nachbarland, der Schweiz.

Wer aus dem Land der Eidgenossen bisher nur Eluveitie kannte, sollte sich noch einen Namen dazu notieren: „Abinchova“ – 2005 gegründet, stellen die Schweizer ein starkes Line up, bestehend aus zwei Musikerinnen und fünf Musiker. Mit „Hörensagen“ präsentieren sie nun ihren ersten Tonträger. Die Demo-EP beinhaltet vier Titel: den Prolog ‚Präludium‘, ‚Doppelmond‘, ‚Die Züsler‘ & ‚Heimatlos‘. ‚Präludium‘ gibt der Hörerschaft sofort zu verstehen, was auf sie wartet: „Nämlich Geschichten und Legenden“. Inhaltlich setzt man Abseits von nordischer Mythologie auf die eigene regionale Geschichte. Nein auch nicht auf die alte keltische Kultur, sondern auf ihr Erbe. Der Volksmund kommt zu Wort. ‚Die Züsler‘, handelt vom Glauben der Menschen an Wesen, die als brennende Körper den nächtlichen Wanderern erschienen sind und den Ort markierten, an dem ein Mensch zu Unrecht um sein Leben kam. Das ganze basiert aus dem 16./17. Jahrhundert. Abinchova wollen diese Mythen nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Musikalisch bewegen sich die Luzerner zwischen Folklore, Death – und Thrash Metal. Wenn ein Insider unbedingt auf der Suche nach vergleichbaren Projekten ist, dann fällt mir spontan Elivagar ein. Wie bei den Deutschen kommt bei Abinchova sowohl das Keyboard (Patricia Lang) als auch die Violine (Nora Lang) zum Vorzug. Für die Screams ist Arnaud Hilfiker verantwortlich, der bei den Züslern soprane Unterstützung von Nora Lang erhält. Zwischen ruhigen und folkloristischen Parts, bekommt es die Hörerschaft meist mit harten und eingängigen Gitarrenriffs (Dave Zemp & Nicolas Sigrist) zu tun. In diesen Momenten kommen auch zeitgleich die Drums mehr in den Vordergrund (Stefan von Rohr). Den Bass-Takt gibt Roberto Rodriquez an. ‚Die Züsler‘ ist mein persönliches Lieblingsstück, aber auch ‚Doppelmond‘ und ‚Heimatlos‘ können mich überzeugen.

Die Heiden aus Luzern machen mit ihrem Kurzwerk Lust auf mehr. Es sollte sich doch sehr bald ein Label für die sieben sympathischen Schweizer finden. Abinchova schaffen es, mit ihren Geschichten Bilder in den Köpfen der Zuhörerinnen und Zuhörer lebendig werden zu lassen. Das zeugt von viel Phantasie, sowie Kreativität und unterstreicht die musikalische Qualität. Das Demo gibt es als Rundling ab dem 1. September 2009 direkt auf der Homepage von Abinchova oder als Download auf ihrer My Space Seite. Schnell zuschlagen, denn den Silberling zum Angreifen gibt es nur zweihundert mal. Das sollten auf jeden Fall jene tun, die eigenständigen Folk Metal lieben.

Hörbeispiele zu Abinchova finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/abinchova
geschrieben am 5.8.2009 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Abinchova
Eigenproduktion

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