CD-Review: Blackshore – Railway to Blackshore

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[Black Metal] – Düsterwald Produktionen (2009)
Deutschland
Ein kriegerisches Unterfangen!

Mit „Blackshore“ steht bei Folkmetal.at eine weitere Band auf den Prüfstand, die beim jungen Plattenlabel „Düsterwald Produktionen“ unter Vertrag steht. Somit gibt es auch eine Premiere in der Rezensions-History: “ Wir berichten zum ersten mal über eine Black Metal Combo“. Wobei das ja mit den zuordnen immer so eine Sache ist und es wäre auch zu billig Blackshore als reine Black Metal Formation zu sehen. Spielen doch andere Genre-Einflüsse ebenfalls eine Rolle. Die Band sei, bevor wir uns im Detail mit ihrem neuen Werk befassen, kurz vorgestellt. 2007 als 2-Mann Projekt von Hades (Gesang & Gitarre) und Blizzard (Drums) gegründet, brachten es die Lübecker bisher auf eine Demo und eine 4-Track EP (CDR). Auf vier Musiker aufgestockt – Krom (Bass) und Gorm (Live Bass) – lassen die Extreme Metaller 2009 eine Kriegsmaschine in Form eines neuen Tonträgers auf die Metal Meute los.

Blackshore zeigen sich einerseits rasend und gnadenlos, anderseits wieder düster und melancholisch. Ähnlich verhält es sich mit den Lyrics. Auf der einen Seite der totale Krieg, Zerstörung und Unbarmherzigkeit auf der anderen Seite eine sozialkritische, ja fast schon revolutionäre Haltung. „Railway to Blackshore“ zeigt viele Facetten. ‚Frost reclaims‘ (Intro) eröffnet mit eisiger Kälte, ehe es endlich mit Gekrächze und ‚The machine starts breathing‘ so richtig losgeht, Anfangs schleppend und düster, doch gegen Mitte wird endlich geknüppelt, um es nach immerhin acht Minuten wieder langsam marschierend zu beenden. ‚Stalinorgel‘ lässt das Kriegsgeschehen um Stalingrad wieder so richtig schauerlich Revue passieren. Ein klassischer Black Metal Song. Doch wer denkt, dass es in der Manier weitergeht, der irrt.

‚Doomdriven devils of death‘ dreht an der Genre Spirale gewaltig. Auf einmal sieht sich die Hörerschaft mit rockigen und rotzigen Parts konfrontiert. Die Stimmlage von Hades wechselt und der Stoner Rock lässt in vollen Zügen grüßen. Für mich ein überraschender, aber genialer Schachzug. Der nächste folgt sogleich. Wandelbar zeigen sich die Deutschen in dem sie mit ‚Blackshore‘ in die Doom & Dark – Kiste greifen. Immer wieder begleitet von melancholischen Chorälen. Das ganze entwickelt sich zum längsten Song auf „Railway to Blackshore“. Tolle Nummer. ‚Are you ready for some real German Ärger?!‘ ist als Klarstellung zu verstehen. Recht deutlich zeigen Blackshore auf schwarzmetallische Weise, dass sie nichts mit NSBM am Hut haben. ‚Empire to ashes‘ – wieder zurück in Black Metal Gefilde – beendet eine 42 minütige Vorstellung, die sich hören lassen kann.

Blackshore bewegen sich irgendwo zwischen Hellsaw und Endstille, wobei das wohl auch nicht ganz gerecht wird. Die rockigen und doomigen Einschläge müssen noch dazu addiert werden, dann kommt man auf ein sehr interessantes Ergebnis. Düster und in erster Linie dem Black Metal zugehörig, aber trotzdem mannigfaltig. Daher ist „Railway to Blackshore“ auch für ein breites Zielpublikum geschaffen.

Hörbeispiele zu Blackshore finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/blackshoremetal
geschrieben am 19.7.2009 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Blackshore
Düsterwald Produktionen

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