CD-Review: Ensiferum – From afar

ensiferum_from afar

[Viking Metal] – Spinefarm Records (2009)
Finnland
Ein Hoch der Epik!

Ensiferum, das steht bereits vor dem Erscheinungstermin von „From afar“ fest, braucht niemanden mehr etwas zu beweisen. Dennoch hat sich Markus Toivonen und seine Mannschaft es sich nicht nehmen lassen, in das neue Werk wieder viel Herzblut fliessen zu lassen. Prinzipiell so wie bei den vorangegangenen Alben. Das die Finnen seit Bandgründung (1995) bisher nur drei Longplayer veröffentlicht haben, hat nichts mit Gemächlichkeit zu tun, sondern das nichts dem Zufall überlassen wird und Liebe zum Detail gefragt ist. Die vierte Scheibe steht in den Startlöchern (9.September) und eines gleich vorweg: mit „From afar“ beginnt für Ensiferum eine neue Zeitrechnung.

„From afar“ ist wesentlich experimenteller, außergewöhnlicher und bombastischer als die drei Vorgänger. Die neun Vikinger Hymnen stellen Epic und Dramtik pur dar. Die Nordmannen zeigen sich detailverliebter denn je. Zwar wird das neue Werk mit einem eintönigen Intro (‚By the dividing stream‘) eröffnet; bereits mit ‚From afar‘ wird es aber so richtig pompös. Die Hörerschaft wird förmlich von einem Epic – Gewitter erschlagen. Ohne Zweifel ist die Scheibe nicht zwischen Tür und Angel entstanden, eine solche Fülle kommt nicht von ungefähr: Typisches Ensiferum-Highspeed-Gebolze trifft auf orchestrale Elemente, stampfende Riffs auf erhabene Chöre und wahnwitzige Leads auf abgedrehte Experimentierfreude.

‚Twilight Tavern‘ ist für mich der beste Song auf dem gesamten Silberling – es könnte durchaus ein Durchlauf aller bisher veröffentlichter Alben von den fünf Schwertträgern sein. ‚Stone Cold Metal‘ wartet mit einem etwa zweiminütigen Western-Lounge-Part, vorgetragen mit Klavier, Mandoline und Pfeif-Melodie, auf. Gleichzeitig übernehmen symphonische Elemente, von denen gerade der zweiteilige ‚Heathen Thonre‘ – Epos lebt, immer wieder die Lead-Funktion.

Kompromisslosigkeit und Linientreue waren bisher die Stärken von Ensiferum. Zwar ist das 2009 noch immer so, im direkten Vergleich zu den Vorgängern sind Abstriche aber doch als erstes hier zu machen. Wenige der unzähligen Hooks bleiben so gut hängen wie noch bei „Victory Songs“ und seinen Vorgängern. Sie wurden gegen orchestrale Spielereien eingetauscht. Vermisst wird hingegen die rohe und natürliche Hingabe eines „Iron“- oder „Ensiferum“ – Albums. Diese ursprünglichen Attribute sind zu Gunsten der Erforschung neuer Möglichkeiten vernachlässigt worden.

„From Afar“ ist, obwohl sehr streitbar, gut gelungen. Eben auf eine andere Art und Weise. Was ist geblieben?: „Parviainen besticht wie immer mit genialem Doublebasseinsatz und Hinkkas Bassspiel liegt ohnehin jenseits von Gut und Böse“. Als Ensiferum – Fan darf man sich „From Afar“ nicht entgehen lassen. Punkto Innovation wohl das bisher beste Werk, gesamt gesehen sind die drei Vorgänger der Finnen doch höher einzustufen. Interessant wird, wie „From Afar“ – die Streitbare, von der Anhängerschaft angenommen wird?

Hörbeispiele zu Ensiferum finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/ensiferum
geschrieben am 4.9.2009 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Ensiferum
Spinefarm Records

Eine Antwort zu “CD-Review: Ensiferum – From afar

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