CD-Review: Fimbulvet – Kriegerwahn

fimbulvet_kriegerwahn

[Pagan Metal] – Nocturnalempire Produktion (2009)
Deutschland
Auf Menhirs Spuren!

Fimbulvet, eine inzwischen auf vier Krieger angewachsene Gruppierung aus dem unerschöpflichen Füllhorn Thüringens sind sicherlich keine Unbekannten mehr. Als klassischer Vertreter deutschen Pagan Metals im Stile Menhir´s werfen sie ihr neuestes Werk „Kriegerwahn“ unter das Heidenvolk – ein „Mini-Konzept-Album“ (ca. 29 Minuten).

Von der äußeren Aufmachung beeindruckt die Scheibe schon ´mal ziemlich. Hier hat man keinen Aufwand gescheut. Ein Blindfisch wie ich hat vielleicht Schwierigkeiten das Booklet zu lesen, aber ein bisschen Mühe kann man sich durchaus geben, schließlich haben die Verfasser sich sichtlich bemüht. Äußerst informativ kommen jedenfalls die 16 Seiten daher – Bandmitglieder, Songtexte und darüber hinaus eine alles umklammernden Geschichte aus dem heidnischen Zeitalter des Nordens – d i e Gelegenheit sich etwas in das Gesamtwerk hinein zu vertiefen.

„Hineinvertiefen“: ein gutes Stichwort. Das Album erschließt sich für den Hörer nicht von selbst. Ein wenig darf man sich schon anstrengen und erst beim wiederholten Hören hat man den endgültigen Zugang gefunden – dies allerdings ein Zeichen von Qualität.
Nicht oberflächliches, eintöniges und schnell langweilendes Geklimper liegt hier vor. Im Gegenteil, das Album besticht durch Abwechslungsreichtum. Abwechslung auf allen Ebenen – von Klargesang hin zu (mäßigem) Gekreische und zurück, unterbrochen von hymnischen, ja fast epischen Gesängen (auch wenn hier vielleicht etwas übertrieben wird, denn die stimmlichen Qualitäten reichen letztlich doch nicht an Pavarotti & Co heran und wären besser kürzer ausgefallen), Tempo und Aggressivität einerseits, unterbrochen von ruhigen Passagen mit Akustikklampfe, ausgedehnten (!) und absolut gelungenen Instrumentals, mit gefälligen Riffs und Hornklängen, bis hin zu einer „Kurzgeschichte“ (die aber etwas langatmig erscheint und gerne hätte aufgeteilt werden können), dargebracht im Übrigen von keinem geringeren als Stickel von Oedrerir, als Gasterzähler. Solche Vielschichtigkeit hört man selten und wirkt äußerst kurzweilig und interessant.

Trotz allem Variantenreichtum aber herrscht kein Chaos vor. Der Begriff „Konzeptalbum“ verdeutlicht bereits, dass hier ein in sich völlig stimmiges Gesamtwerk vorliegt – mein Kompliment! Zumal auch die Produktion nichts zu wünschen übrig lässt und kraftvoll, aber durchaus differenziert daher kommt. Der aufmerksame Hörer kann durchaus alle verwendeten Instrumente erkennen – eigentlich eine Seltenheit, selbst bei sog. Major-Labeln.

Bis auf die erwähnten Schwierigkeiten eine absolut empfehlenswerte Scheibe, die sich auch als deutliche Steigerung (Songwriting, Texte, Umsetzung, Produktion) zum letzten Werk „Der Ruf in goldene Hallen“ darstellt.

Ein Manko vielleicht, dass man z.T. meint ein Werk aus dem Hause Menhir vor sich zu haben. Ein Manko? Wohl nur für den, der mit Menhir nichts anzufangen weiß. Für Anhänger dieses Genres hingegen – wie mich – ein Qualitätszeichen. Daher: Kaufen!

Hörbeispiele zu Fimbulvet finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/fimbulvet
geschrieben am 2.10.2009 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Fimbulvet
Nocturnalempire Produktion

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