CD-Review: Furor Gallico – 390 b.C, The glorious dawn (Demo-EP)

furor gallico_390 b.c.

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2009)
Italien
Celtic Folk Metal aus dem Langobarden-Land!

Aus Bella Italia kommen acht Musiker und Musikerinnen, die es gar nicht so mit der Geschichte des römischen Reiches auf sich haben. Eine Erklärung wäre, das sie aus der Lombardei stammen. Zum anderen haben ja dort noch lange vor den Langobarden die Kelten gewütet. Fakt, Furor Gallico preisen nicht die römischen Taten, sondern die der Kelten. Alleine der Titel, des ersten Klangerlebnisses „390 b.C., the glorious dawn“ bezieht sich auf eine der glorreichsten gallischen, sowie eine der schwärzesten Kapitel der römischen Geschichte.

Genug des Geschichtsunterrichtes. Widmen wir uns einer jungen ambitionierten Band, die sich dem Celtic Folk Metal verschrieben hat, 2007 gegründet wurde und 2009 ihren ersten Tonträger in Form einer Demo-EP veröffentlicht hat. Darauf befinden sich vier Stücke die bereits schon einigen Aufschluss über das musikalische Konzept der acht Italiener gibt. Die ersten Klänge bilden eine keltische Harve. Auf ‚The gods have returned‘ wird der Hörer gleich in eine stolze Vergangenheit zurückversetzt. Nach den ersten archaischen Klängen setzt bald der Clean Gesang von „Pagan“ ein, der sich sobald mit Growls – und Scream Parts abwechselt. Nach einem englischen Song, folgt der nächste auf italienisch. ‚La caccia morta‘ startet wieder mit akustischen Instrumenten, wie Bouzouki, Blockflöte und Violine. Das ganze wirkt, begleitet von einer cleanen italienischen Stimme, wirklich beruhigend und harmonisch, ehe sich nach zwei Minuten wieder metallische Klänge dazu gesellen.

Was mir an den sechs Jungs und den zwei Damen gefällt, ist das man sich nicht der Synth – Technik verschrieben hat. Hier zählt wirklich noch das einzelne Instrumente, jedes wie ein Juwel behandelt – plus die Geräte, welche wir schon immer als Metal bezeichnet haben. Das soll kein Seitenhieb auf andere Bands sein, die sich der Technik und anderer Effekte bedienen, doch weiß der Fan es heute immer mehr zu schätzen, wenn die Töne selbst von Hand gespielt werden. ‚Cathubodua‘, wieder auf Englisch, ist eine flotte Darbietung aus Metal und Folklore mit schwarzmetallischen Gekrächze. Der ruhige Part mit akustischen Instrumenten darf auch hier nicht fehlen.

Nummer vier ist das mit Abstand beste Stück der Kurzvorstellung von Furor Gallico. ‚Medhelan‘ – melancholischer Violinenklang, emotionale Gitarrenriffs, kriegerischer Gesang. Hier fühlt sich der Hörer wirklich in die Zeit von Brennus zurück versetzt. Dieser Titel sollte unbedingt auch auf den ersten Full Lengh Album vertreten sein. Anbei Kompliment an die Violinenarbeit von „Laura“, „Hecky“ und ihre Harve, sowie ‚Merogaisus‘ mit Bagpipes und Querflöte.

Mit der EP haben die Norditaliener auf sich Aufmerksam gemacht. Als Belohnung folgt der Auftritt beim Metalfest in Österreich. Eines ist aber klar: „Wir wollen mehr hören“. Laut eigenen Angaben befindet sich Furor Gallico bereits für den ersten Longplayer im Studio.

Eine Band begibt sich auf ähnliche Pfade wie Cruachan, Eluveitie oder Bran Barr. Celtic, Folk, Metal – Eine gesunde Mischung, voller Melancholie, Sehnsucht und trotzdem Härte und Kompromiss.

Hörbeispiele zu Furor Gallico finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/furorgallico
geschrieben am 24.1.2010 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Furor Gallico
Eigenproduktion

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