CD-Review: Kingdom Gone – Herbstblut

kingdome gone_herbstblut

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2009)
Deutschland
Stürmisch und voller Kontraste!

Drei blutjunge Musiker gründeten im Jahr 2000 die Band Kingdom Gone. Karsten Palitschka und Florian Herrmann sind die beiden verbliebenen Urmitglieder, die heute den Kern des Quintetts bilden. Nach neun Jahren präsentiert Kingdom Gone nun ihr erstes selbst produziertes Werk. Das sich die fünf Jungs dafür viel Zeit gelassen haben, merkt man an der Liebe zum Detail. Nicht nur, was das Plattencover betrifft.

Und genau ins Detail muss man bei „Herbstblut“ gehen. Stilistisch geben sich die Deutschen sehr flexibel. Das untergehende Königreich präsentiert alle Ecken und Enden des Metals und Rock. Kingdom Gone jedoch als Abziehbild der Apokalyptischen Reiter zu sehen, wäre zu einfach, obwohl Parallelen nicht zu leugnen sind. Ganze siebzehn Songs füllen den Silberling. Die Hörerschaft bekommt ein sehr mannigfaltiges Menü serviert. Nicht ungeschickt, denn für jeden ist etwas am Buffet zu holen. Durch die Verehrung der deutschen Dichterelite setzte Komponist und Texter Karsten stets auf überwiegend deutsche, lyrische Texte. Der Gesang ist Anfangs gewöhnungsbedürftig, doch spricht er mich nach mehreren Durchläufen an. Einmal was anderes, als nur Gekrächze oder Growls.

Wie kontrastreich das Material auf dem Silberling ist, zeigen Lieder wie ‚Nacht‘ eine düstere, ja fast schwarzmetallische Nummer, gleich darauf ‚All that you be‘, eine Rockballade, die ohne weiteres Ambitionen für einen Chartplatz aufzeigt. Im Anschluss tritt der Folk, ganz im Stile von Skyclad in den Vordergrund. Das Stück nennt sich ‚Vom Ende der Welt‘ und ist einer der Höhepunkte auf dem Rundling. Achtung: auf „Herbstblut“ ist immer ein Schuß Ironie dabei. Ich bin zwar kein Fan von zuviel Keyboardarbeit, doch Philipp merkt man an, dass er sein Handwerk versteht. Das Keyboard dient als atmosphärischer Begleiter. Die Klavier Parts wissen zu gefallen. Zum Atmen kommt die Hörereschaft nur selten auf ‚Herbstblut‘. Genau das ist der Schwachpunkt. Das stetige auf und ab überfordert, vor allem gegen Ende. Ein wenig mehr Balance hätte gut getan. Mit einem Wort: „Zuviel des Guten“, ansonsten ist „Herbstblut“ gut gelungen.

Anhänger der Apokalyptischen Reiter sollten auf jeden Fall reinhören. Bands die mir noch spontan zu Kingdom Gone einfallens sind Skyclad und die Crossover Urväter Faith no more. Ansonsten bietet „Herbstblut“ viel Metal, Rock, progressive Elemente, Folk und Atmosphäre. Anpsieltipps: ‚Folge dir‘, ‚Vom Ende der Welt‘, ‚Nacht‘ und ‚Herbstblut‘. Zu erwähnen sei noch der professionelle und sympathische My Space – Auftritt der Combo. Mit zwei Videos kann sich der Interessent schon ein sehr gutes Bild über Kingdom Gone machen. Eine Band stellt sich mit einem interessanten Werk vor und sollte eigentlich einige Plattenlabels hellhörig machen. Mit „Herbstblut“ wird ein breites Publikum angesprochen, jedoch wäre es nicht schlecht, wenn sich die Jungs aus Mecklenburg-Vorpommern in Zukunft etwas mehr konkretisieren würden. Aber kein Zweifel, Potenzial steckt in den fünf Mannen von Kingdom Gone. Da geht noch was nach oben.

Hörbeispiele zu Kingdome Gone finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/kingdomgones
geschrieben am 1.8.2009 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Kingdome Gone
Eigenproduktion

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