CD-Review: Manegarm – Nattväsen

manegarm_nattvaesen

[Pagan Metal] – Regain Records (2009)
Schweden
Pagan Metal aus der ersten Liga!

Der November hat mit zum Teil sehr guten Veröffentlichungen nicht gegeizt. Aber bekanntlich kommt das Beste immer zum Schluss. Die Pagan Szene schielte ganz besonders auf einen Release….Richtig! War ja nicht schwer zu raten. Gemeint ist der neue und zugleich sechste Tonträger von Manegarm „Nattväsen“. Und hat sich das Warten jetzt eigentlich ausgezahlt?

Auf jeden Fall. Die fünf bzw. sechs (als Live Formation) Schweden enttäuschen uns nicht. ‚Mina Faders Hall‘ startet nach den einleitenden Chorälen wie aus der Pistole geschossen. Und dieses Geschoss ist unverkennbar Manegarm, so wie wir sie seit fast vierzehn Jahren kennen. Keine Auswüchse in kommerzielle Gefilde, keine epischen Abstecher und Selbstverwirklichungs – Experimente. So geht es gleich mit ‚Nattsjäl, Dromsjäl‘ rotzig weiter. Wie immer tobt sich Jan Liljekvist auf der Violine spielfreudig aus.

‚Bergagasten‘ zeigt den Facettenreichtum auf „Nattväsen“. Düsteren Pagan Metal, der auch ab und zu heiter oder sogar melancholisch klingt. Dazu eine Portion klassischen Metal „Made in the 80’s“. Den Nostalgiker freuts. ‚I Den Svartaste Jord‘ vereinigt ebenfalls diese Eigenschaften, aber in Überlänge. Als Schwachpunkt würde ich diesen Song wegen zweiteren trotzdem nicht sehen.

‚Hraesvelg‘ wäre ebenso als Intro durchgekommen, findet sich aber im Mittelteil und leitet den dramatischten Song auf dem Silberling ein. Von ‚Vetrarmegin‘ ist die Rede. Epische Choräle wechseln sich mit düsteren Gesanngsparts ab. Apropos Gesang. Erik Grawstö vokalisiert wie immer souverän und übertreibt weder bei Gekrächze noch den selteneren Growls. ‚Draugen‘ gibt sich klassisch metallisch mit bösen Gitarrenriffs. Nicht minder gemein kommt die Violine von Jan rüber. ‚Nattvasan‘ auch hart, aber mit heroischer Marke. ‚Delling‘ lässt den Vorhang auf melancholische Weise fallen. Melancholisch wird die Hörerschaft, wenn sich ein weiteres kurzweiliges Werk aus dem Hause Manegarm schließt.

Die bereits im Vorfeld geäußerte Kritik, Manegarm sind mit ihrer neuen Scheibe gemächlicher geworden und die Erwartungshaltung wurde damit nicht erfüllt, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Und wenn es wirklich so wäre, ich glaube da vergessen einige Rezensionisten, dass es die Band beinahe vierzehn Jahre gibt und diese ein gutes Recht hätte, gewisse Dinge laufen zu lassen. Ist aber nicht der Fall. Andere Combos haben zu der Zeit schon längst aufgegeben, weil ihnen nichts mehr einfällt. Aber es ist immer so: „Verändert sich was, ist man gleich ein Verräter, ändert sich nichts ist die Rede von Stillstand“. Die Herrschaften sollten einmal wirklich überlegen, was da momentan zeitgleich in Massen auf den Pagan Metal Markt losgelassen wird. Da hätten sie sicher mehr zu meckern und müssten zugeben, dass die Schweden in der oberen Liga spielen.

Aber lassen wir die Nörgler sein. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob „Nattväsen“ zum Besten gehört was die Skandinavier bisher veröffentlicht haben, aber das ist immer streitbar. Eins ist sicher, Manegarm konnten mit dieser Ausgabe ihr Level halten und sind Linientreu geblieben, obwohl sich klarerweise im Vergleich zu früheren Scheiben weniger Black Einflüsse auf „Nattväsen“ wiederfinden. Das sich auf der CD kein Ausreiser a la ‚Sigrblot‘ oder ‚Evigtid‘ befindet, kann bekrittelt werden, schmälert die Gesamtleistung jedoch nicht.

Manegarm Fans werden die Scheibe sowieso kaufen und werden nicht entäuscht sein. Der Rest kann ebenfalls getrost zuschlagen, denn „Nattväsen“ bietet auser düsteren Pagan Klängen jede Menge aus dem breiten Metal Bereich.

Hörbeispiele zu Manegarm finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/manegarm
geschrieben am 29.11.2009 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Manegarm
Regain Records

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