CD-Review: Tarabas – Das neue Land

tarabas_neues land

[Melodic Death Metal] – Trollzorn (2010)
Deutschland
The angels show no mercy!

Nach etwas mehr als 2 Jahren gibt es endlich Neues zu hören aus Magdeburg. Mit „Aus alter Zeit“ hatten die vier Mannen – Bassist Marcel „Azalon“ Kramer ist Steve Kuhnert Anfang 2009 nachgefolgt – im Jahre 2007 ein überaus gelungenes Debüt hingelegt, das so manche positive Kritik nach sich zog. Entsprechend wurde allseits die Fortsetzung ungeduldig erwartet. Und um die erste Spannung zu nehmen: Das Warten hat sich gelohnt! „Das neue Land“ ist ein würdiger Nachfolger, der die vielen positiven Ansätze des Debüts aufgreift, weiterentwickelt und (fast schon unerwartet) höchst professionell in Silber brennt.

Die hohen klanglichen Qualitäten haben Tarabas sicher zu einem guten Teil ihrem Label TrollZorn zu verdanken, dem man treu blieb. Von Anfang bis Ende fetter, sauberer und differenzierter Klang! Da macht es doppelt Spaß den Lautstärkenregler hochzudrehen. Und auch das Booklet nimmt man gerne in die Hand und braucht mit den Top-Acts der Szene keinen Vergleich (mehr) zu scheuen.

Doch gerade auch das Liedwerk lädt zum Aufdrehen ein. So fordern einige Songs den Hörer (schon beim ersten Durchgang) förmlich heraus, innbrünstig mit zu gröhlen … Verzeihung … mit zu singen, wie etwa bei „Bruderschaft“, „Reason why“ und nicht zuletzt dem Titelsong „Das neue Land“, der gleich in zwei Teilen auf die Scheibe gepackt wurde. Die zwölf Songs (mit insgesamt 75 Minuten Spielzeit!) machen dabei weniger nachdenklich, aber umso mehr Spaß und lassen auf geile Live-Auftritte hoffen, bei denen es so richtig abgeht.

Beim Songwriting hat man, ich erwähnte es bereits, die alten Wurzel nicht vergessen, sondern ist ihnen treu geblieben, insbesondere in den Bereichen, die Tarabas von anderen Bands im positiven Sinne unterschied: reihenweise gelungene Riffs, Gitarren- und Bass-Soli – vieles dem „klassischen Heavy Metal“ entlehnt. Hinzukommen diverse Akustik-Gitarren-Parts, die in dieser Form natürlich keine Neuerfindung im Bereich des Pagan Metals sind, die sich aber gut einfügen und Abwechslung und Erholung für den Headbanger bieten.

Weniger Weiterentwicklung hingegen im Bereich Gesang. Stimmlich hat sich nicht viel geändert. Screams, Growls und Klargesang wechseln sich regelmäßig ab und sind technisch sauber. Für meinen Geschmack hätte es hier mehr Klargesang und (deutlich) weniger Screaming und Growling geben dürfen. Schade vor allem deswegen, weil Tarabas über einen ordentlichen Klargesang verfügen, was man bei Leibe nicht von allen Pagan Metal Kombos behaupten kann.
Auch textlich ließe sich mehr herausholen, aber das ist vielleicht ein grundsätzliches Manko in dieser Szene und … vor allem leicht kritisiert.

Unterm Strich bleibt ein starker Nachfolger – unkompliziert, eingängig, technisch anspruchsvoll, oft mitreißend … und melodischer und vielfältiger als der Vorgänger.

Die letzte, geniale Idee fehlt dem neuen Werk vielleicht noch, aber Tarabas haben das Zeug dazu und man muss sich ja noch steigern können. Die vier Jungs aus Deutschland sind unzweifelhaft weiter auf dem Weg nach oben und hätten das Zeug zum unumstrittenen Headliner – zu wünschen wäre es Ihnen jedenfalls!

Hörbeispiele zu Tarabas finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/tarabasband
geschrieben am 18.1.2010 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Tarabas
Trollzorn

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