CD-Review: Tverd – Follow the sun’s way

Tverd_cover

[Folk Metal] – Wicked Music (2009)
Russland
Folklore und Mutter Russland!

Ab und zu kommt ein frischer Wind aus Richtung Osten und überbringt folkloristische Feinheiten, gepaart mit metallischen Klängen. Einige Bands haben sich so bereits einen Namen in unseren Breitengraden gemacht. Arkona ist vielen ein Begriff, ebenso Nomans Land und Alkonost. Das Mutter Russland mehr zu bieten hat, liegt aber auf der Hand. Leider wird das nicht immer zur Kenntnis genommen. Da drängt sich förmlich ein Neuling auf. „Tverd“ genannt und seit Anfang 2007 existent, doch schon mit viel Routine im Gepäck. Handelt es sich quasi um das Nachfolgeprojekt von „Pagan Reign“. Pagan Reign konnte zuvor schon in der Folk Metal Szene aufhorchen. Vetrodar, ehemaliger Kopf der Band ist ebenso für das neue Projekt, bestehend aus sechs Künstlern, verantwortlich.

Genau diese Erfahrung bewährt sich im Detail. So wurde nichts dem Zufall überlassen. Ebenfalls aus Pagan Reign Tagen wurde Gitarrist Ratibor ins Boot geholt, wie Demosthen an den Drums und Vetrodars Vater Sigurd am Bass, der seinen Sohn und dessen Visionen voll unterstützt. Weiters scheute sich Vetrodar nicht, den klassischen Gesang in das Projekt mit einzubeziehen. Svetlana Lebedeva, Leiterin des Folklore Ensembles der Universität Tver wurde genauso eingebaut, wie Alexander Ivanov, ein graduierter Student der Musikakademie von Gnesin, der für Opern Vocals und Klargesang gewonnen werden konnte. Anspruchsvoller kann ein Folk Metal Projekt nicht mehr zusammengestellt werden. Aber was spielt ist immer noch die Musik. Diese wird auch in Form des ersten Tonträgers „Follow the sun’s way“ vorgestellt.

Das Cover erinnert mich sofort an alte Jethro Tull Zeiten, eine Band die maßgeblich an der Entwicklung des Folk Rock mitverantwortlich war. Eine Institution die den Folk zum Rock brachte. Ähnlich, 40 Jahre später verhält es sich mit Tverd. Folklore ist die Basis, Metal die ideale Ergänzung. „Follow the sun’s way“ ist ein Album, welches schwer zu definieren ist, es muss einfach gehört werden. Viele Facetten finden sich auf dem Silberling, man kann getrost von einem mannigfaltigen Kunstwerk sprechen. Innovation wird groß geschrieben und die Situationen wechseln ständig, wie auf einer Achterbahnfahrt. Aber trotz der Mannigfaltigkeit ist das Werk stimmig. Folklore trifft auf eingängigen Metal, wiedererkennbare Rock-Parts auf epische, sowie avantgardistische Elemente. Thematisch steht die slawische Historie im Vordergrund.

In über einer Stunde Spielzeit geben sich Härte und Emution die Hand. Ebenso Authentik und Athmosphäre, Fröhlichkeit und Melancholie. All diese Faktoren machen „Follow the sun’s way“ zu einem äusserst interessanten Werk. Alle Songs können auf ihre Art und Weise überzeugen, weswegen es schwer ist, einzelne Highlights raus zu picken. Meine Anspieltipps sind: ‚Wolf & Gyrfalcon‘, ‚The spring‘, ‚The motherlands heart‘ und ‚Wide Maslenitsa‘. Absolute Kaufempfehlung für alle, die dem breiten Spektrum Folk Metal zugetan sind.

Hörbeispiele zu Tverd finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/tverdmetal
geschrieben am 24.7.2009 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Tverd
Wicked Music

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