CD-Review: Weidenbaum – Raue Winde und blasse Schwingen

weidenbaum_raue winde und blasse schwingen

[Black Metal] – Düsterwald Produktionen (2009)
Deutschland
Einblicke in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele!

Darf ich vorstellen: „Raue Winde und blasse Schwingen“, träumerisch oder doch real verwachsen im innersten einer dunklen Seele, verführerisch und abstoßend zugleich, wunderschön und im selben Augenblick unbarmherzig. Die Rede ist von Herrn Lirtes, seinesgleichen „Weidenbaum“ und für ein „Extreme Poetry Metal“ – Projekt verantwortlich, welches seit 2004 existiert. Bereits einen Tonträger voller schwarzmetallischer Abgründe mit „Nebellieder und Nachtträume“ (2008) im Gepäck, findet sich neben Lirtes Alvar Eldron (u.a. Autumnblaze, Sidewaytown) als Gastsänger auf dem neuen Schattenwerk ein.

„Raue Winde und blasse Schwingen“ lautet das Ergebnis 2009 und es kann, ja muss sich hören lassen. Zwar besitze ich zur Zeit keine Textzeilen für die neuen Stücke, doch ist es nicht das, was die Hörerschaft unbedingt in Händen halten muss. Abgesehen davon, dass die Texte auf Deutsch gesungen werden, ist „R.W.U.B.S.“ eine Darbietung, bei der Mann/Frau sich zurücklehnt und ganz einfach lauscht. Ob ‚Ins Fremde‘, ‚Letztlich fallen alle‘, ‚Im Herzen des Sturms‘, ‚Vom Winde besessen‘ oder ‚Der Ruf der Schwingen‘, die Scheibe muss sich vom Anfang bis zum Ende drehen. Und das 59 Minuten. Neun Lieder die zum Träumen einladen, owohl das Gekrächze von Lirtes und die teils schwermetallischen Einschläge dem Zuhörer keine Ruhepause gönnen. So entsteht ein Achterbahnrausch aus poetischen und atmosphärischen, aber auch harten Klängen.

‚Raue Winde und blasse Schwingen‘, zugleich Titel der CD, beendet ein anmutiges und melancholisches schwarzes Werk im ganz klassischen Sinne. Am Ende soll ja bekanntlich der Höhepunkt stehen. Zum Schluss darf man noch einmal so richtig träumen. „R.W.U.B.S.“ greift sicher nicht nach dem ersten mal – es braucht mehrerer Durchgänge, aber mit jedem Abspielen sinkt man tiefer in die Welt von Weidenbaum ein. Jedoch dann wird man diese Komposition lieben. Keine andere Musik, als diese von Weidenbaum, könnte besser zu einem schwarzen Musical passen. Allerdings muss dieses erst zur Musik erfunden werden.

Dornenreich und Empyrium standen bisher ziemlich alleine auf weiter Flur. Mit Düsterwald Produktionen kommen gleich zwei heiße Eisen dazu. Munarheim und Weidenbaum treten in den Club der „Gehassten oder Geliebten“ ein. Umstritten, abstrakt und kompromisslos. Musikliebhaber mit diesen Eigenschaften, sowie Anhänger zuvor genannter Bands werden großen Gefallen an Weidenbaum finden. „R.W.U.B.S.“ = absolute Kaufempfehlung.

Hörbeispiele zu Weidenbaum finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/weidenbaummetal
geschrieben am 28.7.2009 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Weidenbaum
Düsterwald Produktionen

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