CD-Review: Woodland – Dreamality

woodland_dreamality

[Progressive Folk Metal] – CCP Records (2009)
Deutschland
Willkommen im Waldtraumland!

Style: Folk Metal, steht im Begleitschreiben des Labels. Mir widerstrebt allerdings, Woodland als Folk Metal Band zu bezeichnen. Denn: Wer bei dieser Umschreibung an die üblichen Verdächtigen des Genres denkt, würde fehlgeleitet.

Woodland bedienen sich vieler Stilrichtungen innerhalb (und teilweise auch ausserhalb) des Metals. Da trifft Black Metal Raserei auf doomige Parts, um kurz darauf folkig angehaucht fortzufahren. Auf der bandeigenen Myspace-Site wird der Stil als „Progressive Folk Metal“ bezeichnet. Auch eine Variante…

Der erste Track („Cemenntie“) dieses Debütalbums des jungen Lübecker Vierers beginnt mit gemächlichem Gitarrenintro, steigert sich in metallische Bereiche gefolgt vom clean gesungenen Refrain. Dieser ist sehr eingängig und bleibt sofort haften. Nach dem Refrain setzt dunkles Gekreische ein und passend dazu wird der Härtegrad wieder angezogen. Es folgt Gesang vom einzigen weiblichen Mitglied der Truppe. Keine Angst, hier handelt es sich mitnichten um klassischen „female fronted Metal“. Die Stimme von Koopie bewegt sich zu keinem Zeitpunkt in gothic-symphonischen Sphären, sondern klingt angenehm warm, leider aber auch etwas austauschbar. Weiter geht das Wechselbad der Stile: Mal wird geprügelt, dann wieder Tempo runtergeschraubt. Ein guter Opener, der allerdings mit seinen über acht Minuten zum Ende hin etwas dahinplätschert.

Track 2 ist rasch erklärt: narrative Einleitung, welche mit leichtem Gitarrenspiel unterlegt wird und direkt in den Titeltrack „Dreamality“ übergeht. Ein Uptempo Song, wiederum mit ruhigen Zwischenparts und dem Wechsel zwischen weiblichem bzw. zweistimmigen Gesang und Gekreische. Mit etwas über sechs Minuten ebenfalls lang, aber nicht zu lang ausgefallen, denn Langeweile kommt hier keine auf.

„Warriors of Death“ erklingt deutlich dunkler als die vorangehenden Songs und wird lediglich im Refrain durch weiblichen Gesang etwas „aufgehellt“.

Bei „Nachtgesänge“ bedient man sich erstmals der deutschen Sprache. Ein Pluspunkt, erklingt doch so der Gesang noch abwechslungsreicher. Nach ruhigem Beginn kommt Festlaune auf, der Track trägt ein folkiges Gewand und wird phasenweise von einem wikingerschen Gitarrenriff begleitet.

Der nächste Track hört auf den Titel „Woyzeck“. Der metallische Beginn ist vielversprechend, Koopies einsetzender Gesang will hier jedoch nicht so recht passen. Mit fast acht Minuten Spielzeit auch hier die leise Kritik, dass weniger manchmal mehr ist.

Bei „Abendsonne“ handelt es sich um eine Metal Ballade, welche eine Ode an norwegische Sommerabende darstellt. Hier gefällt besonders der (zweistimmige) Gesang.

„Fullfil my Destiny“ als letzter regulärer Titel wird zweisprachig und wiederum dunkler und schneller dargeboten. Zum Schluss hin leider erneut etwas in die Länge gezogen. Nach fünf Minuten folgt ein hidden Track, welcher als zwergischer Metsong den Silberling abschliesst.

Mit „Dreamality“ ist Woodland ein ordentliches Debüt mit zwei Höhepunkten (Warriors of Death und Nachtgesänge) gelungen. Die Produktion ist ansprechend, der Sound dürfte noch etwas druckvoller werden. Grosser Pluspunkt ist die stilistische Eigenständigkeit. Man darf gespannt sein, was da noch kommen mag!

Hörbeispiele zu Woodland finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/metalwoodland
geschrieben am 13.11.2009 von wallace@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Woodland
CCP Records

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