CD-Review: A Forest Of Stars – Opportunistic Thieves Of Spring

a forest of star_Opportunistic Thieves Of Spring

[Psychedelic Black Metal/Dark Metal] – Prophecy (2011)
England
Britische Psychopathen erfinden den Black Metal neu!

Wir schreiben das Jahr 1891. Die Mitglieder des Gentleman-Club A Forest Of Stars, einer exklusiven Bruderschaft viktorianischer Engländer, verstehen sich als Vertreter ihrer ruhmreichen und prunkvollen, beizeiten auch dekadenten und von extremen Gegensätzen geprägten Epoche. Die Erfahrungen ihrer zahlreichen opium- und absinth-geschwängerten Zusammenkünfte, okkulten Riten und Séancen kanalisieren A Forest Of Stars in Form einer zuvor ungehörten gespenstischen, hypnotischen Musik, die zu jeder Sekunde den Geist des glorreichen Viktorianischen Zeitalters atmet und erschütterndes Zeugnis mannigfaltiger geistiger und sinnlicher Exzesse ablegt. (Zitat Prophecy)

Wer kann damit was anfangen? Genau, so gut wie niemand. Ich habe zwar den Vorteil diese Klänge bereits gehört zu haben, aber so richtig weiter bin ich nicht gekommen. Selten habe ich mich so schwer getan, ein Werk zu beurteilen. Und das nach mehrmaligen Durchgängen. Da ich als Rezensent aber nichts weiter bin als einer von Vielen die gerne Musik hören, wird wohl ein Teil dieser Meute ähnlich ratlos sein wie ich. Spiegelt doch der Schreiberling nicht mehr als den gemeinen Hörer.

Was neues wurde angekündigt – es ist auch neu, wen auch schon irgendwie dagewesen. Sofort fallen mir in die Richtung Bands wie Samael oder My Dying Bride ein. Die machen so etwas ähnliches und schon länger wie die Jungs von der Insel, aber in der Umsetzung sprechen wir getrost von etwas bisher noch nie dagewesenen. Da wagen es doch vier Engländer plus eine Engländerin den Black Metal eine neue Schlagseite zu verpassen. Ob es Richtungsweisend sein wird, werden wir wohl in den nächsten Jahren erst erfahren. Dabei gibt es die Band mal gerade seit 2007 und schon versuchen sie den Black Metal zu revolutionieren. Eine Art Psychedelic Black Metal mit progressiven Einschlag soll es sein.

Gewagt allemal. Der Markt wir es trotzdem hergeben. „Opportunistic Thieves Of Spring“ lautet das Debüt und wurde bereits in Nordamerika 2010 publiziert. Warum es erst jetzt in Europa vermarktet wird, wissen selbst nur die Briten. Vorweg an Innovativen und kreativen Gedanken fehlt es den fünf Musikern sicher nicht. „Opportunistic Thieves Of Spring“ besteht lediglich aus 6 Songs, wobei sich alle in Überlänge bewegen. Der kürzeste Titel dauert acht Minuten, der längste wälzt sich über sechzehn Minuten. Schwere Kost allemal – nur wie ist sie zu verdauen. AFOS wird die Metal Gemeinde auf jeden Fall spalten. Anspruch, Qualität und Erfindergeist ist vorhanden, nur stellt sich berechtigt auf „Opportunistic Thieves Of Spring“ die Frage, wie weit kann er gehen.

Hier reiht sich Part an Part, mal konservativ, dann wieder progressiv und postmodern. Mal härter, dann wieder fast elektronisch um im nächsten Schritt wieder mit Streicheinheiten viktorianisch zu klingen. Instrumente wie Keyboards, Pianoforte, Percussion, Violine und Flöte zeigen neben den klassischen Metalinstrumenten, das hier viel probiert wird. Um ehrlich zu sein gefällt mir nicht alles und zum Teil wird sich die Hörerschaft überfordert fühlen. Einige, vor allem Vertreter der Old School Black Metal – Fraktion werden es ablehnen. Man nehme die Achtziger mit Venom und gehe bis AFOS. Erst dann wird dem Hörer bewusst, wie weit Black Metal sich gewandelt hat.

Das Gesamtwerk stellt sich für mich durchwachsen dar, doch ein Stück ist speziell hängen geblieben: ‚Summertide’s approach‘. Ein genialer Song für den es alleine von mir die 15 gibt. Er die notwendige Härte hat, abwechslungsreich, düster, aber nicht so selbstgefällig wie der Rest ist. Und dieses Gegensolo – genial. Bravo „Katheryne, Queen of the Ghosts“. Ansonsten bitte lasst das Album auf die Meute los. Bin wirklich gespannt, wie es ankommen wird. Genie und Größenwahn liegen wie so oft eng beieinander. Verrückt sind die Briten allemal, mit „Opportunistic Thieves Of Spring“ wird aber noch eines draufgelegt. Selten aber doch übertrifft die Innovation die Gesamtheit. In diesem Fall ist es aber so. Seien wir auf die weitere Entwicklung der fünf Englänger gespannt.

Hörbeispiele zu A forest of stars finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/aforestofstars
geschrieben am 24.5.2011 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: A forest of stars
Prophecy

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