CD-Review: Abinchova – Versteckte Pfade

abinchova_versteckte pfade

[Melodic Death/Folk Metal] – Eigenproduktion (2011)
Schweiz
Neuer Heidenlärm aus Luzern!

Gegründet 2005 ging bisher lediglich eine Demo namens „Hörensagen“ auf das Konto dieser Zentralschweizer Formation. Nun endlich erscheint mit „Versteckte Pfade“ das Debütalbum des umtriebigen Septetts, dessen Schritte wir von Folkmetal.at schon seit einiger Zeit verfolgen (siehe Interview und Konzertbericht). Die Frage, ob sich das lange Warten gelohnt hat, soll in den nächsten Zeilen beantwortet werden.

Abinchova spielen einen höchst melodischen Mix aus Death (mit gelegentlichem Trash-Einfluss) und Folk Metal. Für die folkloristische Note zeigen sich die Geige und hie und da Akkordeonklänge (leider mit Keyboard erzeugt) verantwortlich. Ein Händchen für eingängige Tracks besitzen die zwei Mädels und fünf Jungs auf jeden Fall. Songs wie der Titeltrack ‚Versteckte Pfade‘, ‚Pestfinger‘ oder ‚Abenteuer‘ (m. E. der stärkste Titel) sind gleichermassen abwechslungsreich wie auch erfrischend eigenständig.

Sänger Arnaud krächzt sich in eher schwarzmetallischer Manier durch das Album, bleibt dabei aber (zumeist) so verständlich, dass man einen guten Eindruck von den lokalen Sagen und Geschichten, welche Abinchova besingen, erhält. Mit Ausnahme des Intros wird dabei nicht etwa auf Schweizer Mundart, sondern in Schriftsprache gesungen. Bei einigen Songs übernimmt Geigerin Nora die Vocals. Obwohl mit einer guten Stimme ausgerüstet, empfindet man ihren opernhaften Gesang teilweise leider als etwas unpassend.

Abzug gibt es für den Sound: Die Rhythmusgitarren und Drums sind zu stark in den Hintergrund gemischt. Dass die Äxte durchaus druckvoller klingen können, wurde anlässlich der Releaseparty von „Versteckte Pfade“ bewiesen (Link zum Bericht), wo der Sound insgesamt besser war als auf dem Album (was ja doch eher eine Seltenheit darstellt). Bei Geige, Vocals und Gitarrensoli wiederum gibt es nichts zu mäkeln. Insgesamt sind diese Soundmängel wohl der Preis einer Eigenproduktion. Ein passendes Label könnte da in Zukunft sicherlich Abhilfe schaffen.

Gesamthaft betrachtet liefern Abinchova jedoch ein gelungenes, mit vielen guten und belebenden Ideen gespicktes Debütwerk ab. Womit die eingangs gestellte Frage deutlich mit „ja“ beantwortet werden kann.

Kurzreview von Erich:

Hatte ja schon wie oben von Wallace erwähnt das Vergnügen die 2009 Demo der sympathischen Schweizer zu rezensieren. Fast zwei Jahre sind vergangen – mein Odin wie die Zeit vergeht – und das Full Lengh Debut steht vor der Tür.

Abinchova, wenn auch weiterhin ohne Plattenlabel, präsentieren sich auf „Versteckte Pfade“ äußerst variabel und kreativ. An der Soundqualität kratze ich mich eigentlich nicht so, hingegen gebe ich Wallace vollkommen recht, dass der Gesang von Nora nicht immer ins Konzept passt. Ausnahmen bestätigen die Regel. ‚Der Geigenspieler‘ und ‚Eule‘. Speziell letztgenannter Titel ist für Nora’s Stimmlage maßgeschneidert. Hierbei handelt es sich fast zur Gänze um einen Gothic Track, der an Edenbridge oder Vision of Atlantis erinnert. Das zeugt zwar einerseits von Kreativität, auf der anderen Seite liegt der Verdacht nahe mit verschiedenen Stilrichtungen ein breiteres Publikum anzusprechen. Das sei bei weiten nicht negativ zu werten und durchaus legitim, allerdings gebe ich Abinchova den Rat sich mehr zu fokosieren. Ohne dass die Luzerner auf Eigenständigkeit verzichten müssen, soll der Hörer wissen in welche Richtung es geht. Ansonsten besteht die Gefahr in der Masse der Newcomer unterzugehen.

Gesamt gesehen finde ich „Versteckte Pfade“ unterhaltsam. Potenzial ist unweigerlich vorhanden, Wille und Innovation spürbar. Meine Favoriten: ‚Heimatlos‘ ‚Die Züsler‘ und ‚Der Geigenspieler‘. Der Punktewertung stimme ich Wallace vollauf zu.

Wer Interesse am Debütalbum „Versteckte Pfade“ von Abinchova hat, der schreibe eine E-Mail an cd@abinchova.ch. Für € 15.– oder CHF 20.– wird die CD inklusive Porto und Versand nach Hause geliefert.

Hörbeispiele zu Abinchova finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/abinchova
geschrieben am 17.3.2011 von wallace@folkmetal.at & erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Abinchova
Eigenproduktion

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