CD-Review: Arafel – For battles once fought

Arafel_-_For_Battles_Once_Fought_artwork

[Folk Death Metal] – Noise Art Records (2011)
Israel
Im Wandel der Zeit!

Arafel ist ein typisches Vorzeigebeispiel, dass guter Metal nicht nur aus Europa kommt, sondern auch andere Kontinente ihre heißen Eisen im Feuer haben. Israel ist zu dem eine absolut exotische Destination in Sachen Metal. Abgesehen davon, dass es ein kleines Land ist und durchweg’s andere Probleme zu lösen hat, gibt es im Fall Arafel auch einen Hintergrund, der erst wieder nach good old Europe führt. So sind die Gründungsmitglieder russischer Abstammung, was in Israel zwar keine Seltenheit ist, doch hat ebenso die Bandgeschichte eine europäische Reise hinter sich. Plattenlabels in Russland, Polen und nun in Deutschland. Besungen wurde auf den bisherigen Alben die slawische Geschichte und Ihre Ursprünge, Mythen und Riten. Immerhin geht die Gründund auf das Jahr 1997 zurück. Zwei Full Lengh Alben zierten bisher die Discography.

2006 begann der Umbruch der sich bis 2010 vollzog. Mitglieder wurden ausgetauscht und stilistisch gab es einen Wandel. Vom schwarzmetallischen Konzept begaben sich die fünf Musiker in vielschichtigere Extreme Metal Zonen. Das lag wohl auch daran, dass die Band zu keinem Zeitpunkt im Black Metal fest verankert war. Der Bekanntheitsgrad von Arafel erhöhte sich schlagartig im vergangenen Jahr. Nicht ohne Grund. Konnten die Israelis für den Gesang niemand geringeren als Helge Stang, der bis 2010 im Dienste von Equilibrium stand, verbuchen. Dass sobald ein dritter Longplayer folgen sollte, lag auf der Hand. Mit Ende Jänner 2011 war’s dann soweit.

Welchen Wandel hat Arafel wirklich vollzogen? Wie gesagt von Black Metal keine Spur mehr. Auf der neuen bandeigenen Homepage haben sich die vier Herrn und die eine Dame schon deklariert. „Epic War Metal“ soll es sein und ich glaube, dass ist eine sehr repräsentative Aussage. Das vieles im Detail steckt, liegt auf der Hand. Am besten schauen wir in einzelne Abschnitte rein. Nach einem typischen Schlacht-Intro folgt ‚Sword’s Hymn‘ Und gleich die erste Überraschung. Ein Melodic Death Metal Gewitter im Uptempo mit starken Blastbeats bricht herein. Dazu ungewohnte Growls von Helge. Zumindest habe ich sie in dieser Form bei Equilibrium nie vernommen. Im Hintergrund halten sich dezent Synths, die dem Ganzen einen melodiösen Touch verleichen. Mit ‚Kurgan‘ dem zweiten Song wird die Hörerschaft kurz in die Irre geführt, in dem epische Melodien den Song eröffnen, ehe sie wieder in Death Metal Regionen abfallen. Diesmal im Midtempo. Charakteristisch sind die ersten zwei Darbietungen allerdings nicht. So hat „For battles once fought“ wesentlich mehr zu bieten.

Einen folkloristischen Einschlag gibt es erstamls auf Nummer Drei: ‚The Siege. Dafür ist Mrs. Violine – Natalia Silantieva verantwortlich. Gepaart mit Death Growls und epischen Parts kommt bei diesem Stück eine interessante und innovative Mixtur zum Vorschein, die sich auf dem gesamten Werk immer wieder hervor tut. Ebenso bei Titel Nummer vier: ‚1380 The Confrontation‘. Wie die Synths halten sich die Folk Elemente eher im Hintergrund. Was aber auf jedem Fall auf die Hörerschaft zukommt, ist eine hohe Experimentierfreudigkeit der fünf Musiker. Hörer und Hörerin können sich auf ein Klangewitter gefasst machen. Und wenn es mal wirklich zu bombastisch – a la Equilibrium – wird, dann wird gleich wieder auf bodenständige Strukturen umgeschaltet. Entweder Death – oder Folk Parts. Wechsel, die sehr häufig auf ‚1380 The Confrontation‘ vorkommen. ‚The last breath of fire‘ ist eine reine folkloristische – epische Angelegenheit. Ein Instrumental und trotzdem für mich einer der Höhepunkte auf der Platte.

‚Im Feld‘ ist wie schon der Titel verrät, ein Song auf Deutsch. Dank Helge. Was aber noch nicht das Interessanteste ist. ‚Im Feld‘ bietet sowohl Thrash, Folk, als auch Death Metal Einflüsse. Genau das imponiert mir auf ‚For battles once fought‘ Es sind fast alle klassischen Metal Styles vertreten. Dieses Werk ist somit für jeden Metalhead ein zumindest mal reinhören wert. ‚Wolfs Hunt‘ bringt noch last but not least pagane Einflüsse ein. ‚Death of archaic world‘ sehe ich zum Abschluß als kleinen Gag. Beginnt letzter Track doch glatt mit Techno Beats. Anscheinend hat Helge einige Equilibrium Anleihen eingebracht. Da aber noch orientalische Beats, Violinenklänge, Synths und statt Growls, Gekrächze verwendet wird, sehe ich diese Komposition als reines Experiment. Das zeigt das vorhandene Selbsbewustsein der Band, das durchaus berechtigt ist, denn mit „For battles once fought“ ist ein guter Wurf gelungen.

Fazit: Helge Stang fühlt sich in seiner neuen Hauptrolle sichtlich wohl und auch Arafel profitiert von dem Wandel. Geboten wird vielschichtiger Extreme Metal. Wenn der Hörer auf der Suche nach vergleichbaren ist, könnte durchaus die Antwort sein: „Ein bißchen was von Amon Amarth, dazu ein wenig alte Equilibrium, eine Prisse Wulfgar, Heathen Foray und vielleich auch noch Kampfar. Das ergibt eine durchaus eigenständige Produktion aus dem Hause Arafel.

Hörbeispiele zu Arafel finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/arafelmetal
geschrieben am 22.2.2011 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Arafel
Noise Art Records

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