CD-Review: Astoroth – Earthly welking

astoroth_earthly welking

[Ambient Black Metal] – Naturmacht Productions (2011)
Deutschland
Lächelnd nickt die Königin!

Zwei Herren, ein Debut und eine alte Tradition: „Earthly welking“ das Debutalbum von „J“ und „Lirtes“ aus NRW, setzt eine Tradition fort … die der „Vertonung“ von Heinrich Heines lyrischem Schaffen. Und entsprechend reiten die Elfen „durch den Wald im Mondenschein“, wenn auch auf anderen musikalischen Wegen als es vielleicht bislang in der Musikgeschichte Usus war.

Astoroth greifen vielmehr die Prinzipien von Formationen wie Dornenreich auf und unterlegen sie mit einer Prise mehr an Metall, speziell mehr an schwarzem Metall. Eingerahmt von sechs weiteren melancholischen, düsteren Episoden von Mutter Natur, werden die Gedanken des Dichters und Romantikers mit deutschen Texten und vielen cleanen Gitarrenparts stimmig eingerahmt und ausgebaut. Und wie nicht anders zu erwarten bei Produktionen aus dem Hause Naturmacht, werden ordentlich Naturklänge eingestreut.

Düsteres, melancholisches Liedgut findet sich auf der Scheibe, vom midtempo-Bereich bis high-speed, bisweilen auch etwas schleppend. Abwechslung in punkto Rhythmik ist jedenfalls geboten. Dabei wird das musikalische Gerüst getragen von einem präzisen, bisweilen feinen, manchmal fast schon filigranen Schlagwerk. Einem Schlagwerk, das teils gar jazzige Töne vermuten lässt. Und eben dieses wird souverän ergänzt durch eine wandlungsreiche Gitarre. ´Mal dominieren Rhythmus und Powerriffs, ´mal mehr Soloparts. Und wenn auch in den sieben Songs kein extravagantes neues Riffling zu finden ist, sind die Gitarrenparts doch stets differenziert und präsent und sprechen jedenfalls von Können und nicht bloßem, schlichten „Schrubbschrubb“.

Präsent wie die Gitarre ist auch die markerschütternde Stimme, die uns durch das gesamte Album begleitet und sich im Nirgendwo zwischen Gekeife und Gekrächzte verliert. Selten – aber immerhin – werden klare und erzählende Momente eingesetzt, aber es bleiben eben nur Momente … reizvoll und stimmig, authentisch und leidenschaftlich. Eine Stimme jedenfalls, der man gerne lauscht.

Und so setzt sich das Debut zu einem komplexen, interessanten Ganzen zusammen. Abseits jedweder Form von party-tauglichen Klängen, abseits von deftigen oder gar brutalen Momenten offenbart sich der Erstling von Astoroth als durchdachte, vielschichtige Version schwarz-angehauchten Ambient-Metalls, Black-Metalls mit Geist und einer reichlichen Portion Poesie.

Ein Werk also, das die unbedingte Qualitätslinie seines Labels kompromisslos fortsetzt. Eine Scheibe, die erneut zeigt, dass im Schnittpunkt Dark Ambient mit Black Metal an Naturmacht Produktionen inzwischen kein Weg mehr vorbei führt.

Qualitativ hochwertiges schwarzes Metall mit Ambiente glänzt also vor uns, genau das richtige für Fans von Dornenreich und Co!

Hörbeispiele zu Astoroth finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/astorothband
geschrieben am 30.5.2011 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Astoroth
Naturmacht Productions

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s