CD-Review: Blaze of Sorrow – L’ultimo Respiro

blaze of sorrow_lultimo respiro

[Pagan Black Metal, Folk] – Naturmacht Productions (2010)
Italien
In der Ruhe liegt die Kraft!

Im Januar 2007 zunächst als Zwei-Mann-Projekt gegründet, bringt der verbliebene „Rest“, Peter, nach der Trennung im April 2007 dieses erste Album (nach mehreren Demos) im Juli 2008 zunächst als Eigenproduktion auf den Weg. Drei Jahre später, also 2010, finden letztlich Naturmacht Productions und Blaze of Sorrow zueinander und damit gibt es sozusagen ein Re-Release, oder für den mitteleuropäischen Markt quasi die Erstveröffentlichung.

In knappen 32 Minuten vermittelt der Tausendsassa Peter was es heißt, Black Metal und Folk nicht miteinander zu mischen, sondern im Grunde auf einem Album gleichwertig nebeneinander zu stellen. Unterm Strich steht damit keine Mischung aus beiden Stilen, vielmehr ergibt sich eine Kombination, die sich stets abwechselt, letztlich aber doch auf wundersame Weise ergänzt.

Größtes Manko: der Garagensound. Was für den Black Metal Fan vielleicht wünschenswert bzw. noch akzeptabel ist, stellt sich der Folk (-Metal) – Fan in der Regel etwas anders vor. Wenn gleich phasenweise (gemeint sind die folkigen Akustik-Parts) der Klang noch akzeptabel ist, fragt man sich bei den schwarzen Ecken des Albums doch, ob man es hier nicht qualitativ arg untertreibt. Sieht der geneigte Hörer großzügig in puncto Klangqualität über die Schwächen hinweg, findet er einen klassischen, stampfenden Black Metal wieder, schnörkellos, ungeschminkt und unverfälscht, allerdings auch wenig innovativ. Dargebracht wird die schwarze Kunst in einer Geschwindigkeit, im Vergleich zu der ein sogenanntes „mid-tempo“ schon fast rasend schnell klingt. Das Album hat schon fast einen meditativen touch.

Andererseits werden in regelmäßigem Wechsel ausführlichere Akustik-Teile (Gitarre, Klavier/Keyboard) dazwischen gestreut, die der Scheibe letztlich einen melancholischen Charakter verleihen, der die düsteren Black-Metal-Parts harmonisch miteinander verbindet und dem Ganzen einen etwas genre-fremden Stempel aufdrückt. Auch der Gesang ist eher ein Mittelding zwischen Black-Metal-Gekreische und Klargesang … letztlich weder das eine, noch das andere.Naturklänge runden das Ganze stimmig ab und verleihen der Scheibe einen individuellen, eigenständigen Charakter ohne jedoch wirklich neue Seiten in Sachen Komposition aufzuschlagen.

Unterm Strich verbleibt eine interessante Scheibe mit Atmosphäre, deren Stärken überwiegen, die letztlich aber sicher nicht perfekt, sondern mancherorts verbesserungsbedürftig ist. … eine echte Untergrund-Scheibe mit Potential also. Für Freunde des Folk/Folk-Metals zu düster, für Schwarzmetaller, die abseits der ausgetrampelten Pfade dieses Genres etwas „Extravaganteres“ suchen vielleicht ein gefundenes Fressen.

Hörbeispiele zu Blaze of Sorrow ad vitam finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/petersblazeofsorrow
geschrieben am 6.10.2010 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Blaze of Sorrow
Naturmacht Productions

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