CD-Review: Cales – KRF

cales_krf

[Folk Metal] – Metal Breath (2009)
Tschechische Republik
Ja …! Aber!!!!

Für Kenner der tschechischen Black-Metal/Folk-Metal-Szene werden wir hier nichts Neues präsentieren. Ein Altbekannter und Enthusiast, Blackosh, wirft unter dem Banner seines Soloprojekts „Cales“ sein inzwischen fünftes Album unter die Meute der Heiden: „KRF“.
Blackosh alias Petr Hosek (Gründungsmitglied der tschechischen Blackmetal-Formation Root und Aktivist und Gitarrist bei Crux) bürdet sich dabei wieder einmal die schwere Last des Einzelkämpfers auf, der nicht nur die Songs selbst schreibt, sondern diese auch noch selbst einspielt und jetzt auch noch selbst aufnimmt. Entsprechend verwundert es nicht, dass zwei Jahre ins Land gingen, bis diese neue Scheibe vorliegt.
Erstmalig ist Blackosh aber auch für sämtliche Gesangsparts selbst verantwortlich. Hierfür ist diesem Tausendsassa wirklich tiefster Respekt zu zollen. Und entsprechend dürfte man auch kein schlechtes Wort verlieren.

Gleichwohl kann der kritische Hörer nicht verschweigen, dass gerade beim Gesang ein merklicher Schwachpunkt dieses Albums auszumachen ist. Nicht nur, dass der Gesang (produktionstechnisch) oft zu sehr in den Hintergrund tritt und im extrem dichten Klang der einzelnen Songs untergeht. Es fehlt der Stimme auch – mag sie technisch weniger zu beanstanden sein – die Spritzigkeit und Einzigartigkeit, das Volumen und die (für Metal) notwendige Dominanz und Kraft – zusammenfassend: man vermisst den Ausdruck. Hinzukommt die etwas „breiige“ Tonmischung. Entsprechend verwässert der Gesang manches Stück, das vom Songwriting her durchaus ansprechend wäre.
Eigentlich sehr schade, da diese Scheibe sehr sehr vieles zu bieten hätte. Selten hat man ein Werk vor sich liegen, dass eine solche Bandbreite an Musikstilen harmonisch vereint. Von (fast) folkigen Klängen über puren Rock hin zu klassischem Hardrock und Heavy Metal bis zu … sagen wir ´mal … schärferer Gangart.

Wie ein roter Faden zieht sich dabei ein keltisch-gälischer Grund- bzw. Zwischenton durch das Album. Manchmal meint man etwa (sanfte) Alestorm-Klänge zu vernehmen, andernorts ist man soweit in den Folkbereich abgedriftet, dass man eher Vergleiche zu klassischen Irish-Folk-Kombos anstreben möchte. Über weite Strecken aber bedient man sich den alt-bekannten Melodien, Riffs und Härtegraden des klassischen Heavy Metals bzw. Hardrocks, so dass beim (altersmäßig fortgeschrittenen) Rezensenten schon nostalgische Gefühle aufkommen. Sicherlich ist „KRF“ dabei wenig innovativ, sondern bedient eher die gewohnten Muster, aber das durchaus mit Klasse und Können.
Absolute Hingucker sind etwa ‚Pass in time‘, das von „schmusig“ bis rauchig-rockig alles zu bieten hat, oder ‚Savage Blood‘, das viel keltisch-gälisches Klangwerk mitbringt.

Unterm Strich bietet Cales mit „KRF“ eine respektable Bandbreite verschiedener Musikrichtungen, mit interessantem, professionellem Songwriting. Hinzukommt eine saubere, ausdrucksstarke Gitarrenarbeit und somit eine im Grunde hoch-interessante CD, die letztlich (leider) deutliche Schwächen im Gesangsbereich aufweist. Wäre dieses Problem (perfekt) behoben … wir hätten eine saustarke Scheibe auf dem Tisch. So aber bleibt nur zu hoffen, dass diese Schwäche künftig behoben wird, damit wir vor unserem Multitalent Blackosh ohne „Wenn und Aber“ auf die Knie sinken können und die saustarken Songs in vollen Zügen genießen können.

Nichts für Freunde härterer Gefilde, aber durchaus interessant für Anhänger rockigen Folks!

Hörbeispiele zu Harmoniks finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/calesclan
geschrieben am 27.5.2010 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Cales
Metal Breath

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