CD-Review: Dibbukim – Az a Foygl un a Goylm Tantsn

dibbukim_az a foygl un a goylem tantsn cover

[Folk Metal] – GM Music (2011)
Schweden
Traditional Yiddish Folk Metal!

Dieses Jahr hat es der gemeine Folk Metal Fan schwer. Im Positiven: Eine nie dagewesene Flut an Veröffentlichungen – nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Im Negativen: die Geldbörse wird dadurch wie nie zuvor strapaziert. Sollten dennoch ein paar Euronen übrigbleiben, zahlt sich eine Investition in das Debut einer nicht alltäglichen Combo aus.

Ist die Hörerschaft aufgrund der unzähligen Folk/Pagan/Black Metal Erscheinungen schon etwas übersättigt, so ist „Az a Foygl un a Goylm Tantsn“ durchaus einer Frischzellenkur gleichzusetzten. Wer gerne über den Tellerrand schaut und dennoch nicht auf Metal – und Folk Elemente verzichten möchte, der wird mit dem ersten Full Lenght Album der Schweden seine Freude haben. Wobei der Folk im traditionellen jüdischen Gewand zelebriert wird.

Bereits 2010 konnten Dibbukim mit ihrer Single „Oyfn Veg Shteyt A Boym“ aufhorchen. Ein bisher in dieser Form nicht dagewesenes musikalisches Experiment, welches größtenteils positive Resonanzen nach sich gezogen hat. 2009 wurde Dibbukim als Trio gegründet, welches seit heuer keines mehr ist. Jacob Blecher on the Drums (u.a. Pandemonium, Yggdrasil) verstärkt das Team um Magnus Wohlfart (Bass, Keyboard, Gitarren), Niklas Olniansky (Vocals) und Sängerin Ida Olniansky.

Wer jetzt die neuen „Orphaned Land“ erwartet, der wird enttäuscht sein. Die Glaubensbrüder aus Israel geben sich im Gegensatz zu Dibbukim progressiveren Elementen her. Die Schweden widmen sich in erster Linie der Folklore – mal heiter, mal melancholisch, aber immer yiddish. Sowohl in Sprache, Tradition und Mystik. Wobei diese Faktoren speziell im Gesang Ausdruck finden. Die Musik (Gitarrenriffs, Synths, Bass, Drums) ist hauptsächlich dem klassischen Heavy Metal zuzuordnen.

Insgesamt werden 12 kurzweilige Songs auf 39 Minuten Spielzeit verteilt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Gesang von Ida Olniansky. Die Töne sind für unsereins nicht immer an passender Stelle. Wer aber den typisch jyddischen Gesang schon mal gehört hat weis, dass eine sehr intensive Dramaturgie und Emotion darin liegt, wo sich die Stimme spontan in den gutturalen Bereich begibt. Ausgleichend wirkt der ruhige Männerklargesang von Niklas Olniansky.

Auch wenn auf „Az a Foygl un a Goylm Tantsn“ nicht alles Rund läuft und sich das Erstwerk der Skandinavier bei mir nicht ganz festsetzten wird, so imponiert mir doch der Mut zu Neuen, die Flexibilität und die innovative Note. Der Wiedererkennunswert ist schlecht hin die Stärke von Dibbukim. Wer diese Eigenschaften schätzt, dem ist ein Kauf der neuen CD sehr anzuraten. Für den Rest gilt: „Reinhören lohnt sich“.

Hörbeispiele zu Dibbukim finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/dibbukim
geschrieben am 27.4.2011 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Dibbukim
GM Music

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