CD-Review: Divide – Demo EP

divide_demo2010

[Old Schooled Death Metal] – Eigenproduktion (2010)
Deutschland
To the nameless death!

Nicht selten werden Amon Amarth als „Death Metal“–Formation bezeichnet, deren Wurzeln gar im Grindcore zu finden seien. Nun darüber kann man natürlich trefflich streiten. Als Viking-Metaller würden man dies vielleicht etwas anders und differenzierter sehen … feststeht jedenfalls, dass Viking-Metaller auch im Death-Metal-Lager ihre Angel auswerfen können und dabei den ein oder anderen dicken Fisch an Land ziehen werden. Entsprechend betreten wir mutig Bifröst und sehen uns in der benachbarten „Todeszone“ um.

Auf der anderen Seite der schwankenden Himmelsstraße treffen wir denn auch auf „Divide“, eine fünfköpfige Kombo aus Deutschlands hohem Norden. „Old Schooled Death-Metaller“, wie sie sich selbst bezeichnen. Deren erste Demo-EP als „namenloses Grauen“ zu bezeichnen wäre vielleicht etwas zweideutig. Wir tun dies trotzdem und werden zumindest insoweit auf Verständnis stoßen, als dass die Scheibe tatsächlich völlig schmuck- und namenslos daherkommt. Unverständlich eigentlich, da dieses Debut durchaus einen Namen verdient hätte. Aber gut, man soll sich ja noch Optionen freihalten für das Review in 10 Jahren!

So oft wir uns hier auf folkmetal.at durch den Untergrund wühlen und doch einiges an „Basis-Arbeit und –Produktion“ gewöhnt sind, so sehr erstaunt dieses Erstlingswerk, das – ausgesprochen sauber produziert – fünf Liedwerke präsentiert, mit einer Spiellänge von rund 20 Minuten. Fünf Liedern, denen man ihr Genre jedenfalls nicht absprechen kann und von welchem wir keines hervorheben wollen oder können.

Gitarrenwerk, ja gar ein fetter Gitarrensound dominiert über die gesamte Länge des Albums, ´mal schneller, ´mal langsamer, strukturiert von einem Schlagwerk, dass zwischen Double Bass und Mid-Tempo wechselt, begleitet von gelungenen (leider genre-typisch wenig verständlichen) Growls. Ein Erstlingswerk, das aus Sicht eines Folk-Metallers weniger melodisch, für Death-Metal-Verhältnisse hingegen sicherlich nicht „ganz so trocken“ ist. Intelligente Riffs finden sich zumindest vielfach, schaffen gelungene Melodien und ergänzen sich mit Gesang und Percussion zu einem formidablen Gesamtwerk, welches sich vor etablierten Größen dieses Genres sicherlich nicht verstecken muss. Divide selbst zitieren Morbid Angel, Carcass oder Obituary sicherlich nicht ganz zu Unrecht, wenn gleich deren Genialität und Authentizität (noch) nicht erreicht werden.

Betrachtet man dazu noch den Preis für diesen Erstling von lächerlichen € 5,- so sollte es also wirklich keinen Zweifel mehr geben für alle Folk-Metaller mit einer gewissen Affinität zu unseren benachbarten Todesmetallern. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis lässt sich derzeit wohl kaum etwas Besseres in diesem Bereich finden. Und wer weiß, vielleicht liegt vor uns gar ein Debütant, der noch eine große Zukunft vor sich hat. Das Potential jedenfalls wäre vorhanden und zu wünschen wäre es Divide allemal.

„5 Euro für ein Hallelujah“ könnte man abschließend sagen über „Divides“ Debut … gut , wir tauschen das „Halleluhjah“ aus für einen „Grabstein“ und genießen ganz relaxt (für unsere folkigen Ohren) etwas andere Töne als hier üblich … empfehlenswerte Töne jedenfalls!

Hörbeispiele zu Divide finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/dividemetal
geschrieben am 11.2.2011 von karsten@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): von —
Punkte (Gesamt): von —
Informationen: Divide
Eigenproduktion

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