CD-Review: Dornenreich – Flammentriebe

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[Black Metal] – Prophecy (2011)
Österreich
Sehnsucht flammend!

Archaische Klänge, ein Flüstern….“Funken aus allem einen dich zur Flamme“…..ein dunkles…..“und nur so scheinst du Feuer“; ziehen dich wie ein Zauber in das Reich des sich nach Trieb begierenden Flammenmenschen.

Eine Zauberformel, die zumindest in lyrischer Hinsicht eine Überleitung von „In Luft geritzt“ darstellt. Keinesfalls eine musikalische, sieht man von der Faszination der Akustik Parts ab. Kaum zu glauben, aber diese Überleitung zieht sich bereits über zwei und ein halbes Jahr. Viel wurde über das neue Werk der Meister der dunklen Philosphie angekündigt, prophezeit und gemutmaßt. Nun ist es da. Härter und metallischer denn je. Somit sei die „Her von welken Nächten“ Sehnsucht gestillt?

Doch halt. „Her von welken Nächten“ liegt 10 Jahre zurück und dazwischen liegen beachtliche Darbietungen in Silber gepresst. Nein, sicher nicht – jeder Vergleich mit 2001 ist müßig, ja sogar ignorant. Black Metal ja, ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte von Dornenreich: „Ja“. Bitterer, kälter als….alles zuvor. Eviga mit schmerzerfüllten Schreien und exzentrischen Gitarrenriffs, Inves beruhigende Violine und das Blastbeat Gewitter von Gilvan ergeben eine Symphonie der besonderen Art. Wie man es nennt und ob man es benennen will, steht im Ermessen der Hörerschaft.

Sei es ‚Der wunde Trieb‘, ‚Wolfpuls‘ oder ‚In allen Weben‘, der Flammenmensch begibt sich auf die nimmer endende Reise zwischen Leben und Tod getrieben durch acht Stücke, die diesmal alles andere als Wortkarg ausfallen. Texte behandeln Sein und Handeln, sowie den Trieb des Menschen hin zum Tode mit seinem selbstzerstörerischen Wirken.

Das Runde von „Flammentriebe“ legt man nicht so einfach nebenbei in die Musikanlage. Von der Hörerschaft wird Konzentration und totale Hingabe verlangt. Wer dem nicht gewachsen ist, der wird überfordert sein und vieles nicht verstehen. „Flammentriebe ist keine Scheibe für Zwischendurch, sondern ein Werk, das viel Aufmerksamkeit erfordert.

Einzelne Songs: ja, aber welche heraus nehmen? Nehmen wir doch das letzte. Ein Instrumental, welches mich seit ‚The Call Of Ktulu‘ (Anm. Metallica Ride the lightning von 1984) nicht mehr so berührt hat. Jeden Moment wartend auf die Explosion, die bis zu diesem gewissen Flüstern nicht passiert um dann doch unbarmherzig zuzuschlagen. Ewig geladen und das über sieben Minuten. Und der Rest?

Black Metal ist wohl das Genre, welches am häufigsten versucht wird zu interpretieren. Ich habe meine Interpretation in den Stücken von „Flammentriebe“ gefunden. Daher für mich jetzt schon das Black Metal Album des Jahres.

Hörbeispiele zu Dornenreich finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/mehralsdasein
geschrieben am 14.1.2011 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 15 von 15
Punkte (Gesamt): 15 von 15
Informationen: Dornenreich
Prophecy

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