CD-Review: Draugnim – Horizons Low

draugnim_horizons low

[Pagan Metal] – Spinefarm Records (2010)
Finnland
Nature pure!

Es gibt Projekte die mit Veröffentlichungen nicht geizen und zumindest einmal im Jahr mit einen Tonträger aufwarten. Dann gibt es wieder Bands, die wie z.B. Draugnim auf eine dreizehnjährige Geschichte zurückblicken und gerade mal ihr zweites Album präsentieren. In diesem Fall sprechen wir von „Horzons Low“, welches noch im alten Jahr (2010) erschienen ist. Mit dem Vorgänger „Northwind’s Ire“ konnten wir uns bereits auseinandersetzen und wenn der geschulte Leser im Archiv nachstöbert, wird er feststellen, dass Draugnim unsere schwarzen Seelen sehr glücklich gemacht hat. Somit bestätigt sich bei „Northwind’s Ire“, „Gut Ding braucht Weile“.

Zum Glück mussten wir aber diemal keine weiteren 11 Jahre auf den nächsten Streich warten. Wer sofort von mir wissen möchte, ob „Horizons Low“ eine Steigerung zum Debut ist oder nicht, den muss ich entäuschen. Die Frage stellt sich nicht. So wie beim Vorgänger braucht H.L. mehrere Durchgänge um sich beim gespannten Hörer zu setzten. Noch detaillierter; er braucht mehr rauhe Nächte und jeweils das richtige Ambiente um Draugnim voll auf sich einwirken zu lassen. Die Finnen sind keine leichte Kost und werden auch nur einen bestimmten Kreise gerecht. So soll es sein und nicht anders. Draugnim gehören nicht zu den Pagan Metal Bands die für die breite Masse bestimmt sind.

Was ist aber neu auf H.L.? Nicht viel. Die drei Musiker schließen dort an, wo sie auf „Northwind’s Ire“ aufgehört haben. Mit angeschwärzten Pagan Metal, langen schwerfälligen, ja fast doomigen Passagen verteilt auf sieben Stücke, wo das kürzeste sechs. – das längste über zehn Minuten dauert. Diese Länge ist auch angepasst und meist kurzweilig, vor allem für die Jünger, die sich dieser Musikrichtung verschrieben haben. Mit H.L. feiert man keine Geburtstage und organisiert auch keine feuchtfröhliche Humppa Abende. Wer den Spaßfaktor will muss auf andere Kompositionen verwiesen werden. Sowohl Musik, als auch Lyrics (auf Englisch) sind streng archaisch. Spirituell angehauchter Pagan Metal meist im Downtempo erfreuen die dunklen Herzen.

Höhepunkte sind schon wie beim Debut schwer auszumachen. Die Kraft der einzelnen Songs bringt ein starkes Gesamtwerk hervor. Dennoch bin ich von einer Nummer sehr fasziniert, die eigentlich rein Doom wäre, wenn da nicht der gutturale und schwarze Gesang von Chimedra wäre. Die Rede ist von Nummer 7 ‚The weepers way‘. Für mich persönlich möchte ich noch ‚Fear and fey‘ und das einzig episch angehauchte ‚One of lost‘ erwähnen. Letztgenanntes erinnert durch seine epischen Elemente an alte Falkenbach Tage. In diesem Song kommt auch das Keyboard am stärksten zur Geltung, welches sich zumeist auf den restlichen Tracks als atmosphärische Untermalung im Hintergrund hält. ‚Bastion‘ hebe ich noch als würdiges Finale hervor, welches ebenso doomige Parts beinhaltet. Wer Draugnim noch nicht zu Ohren gekommen ist, den kann man richtungsweisend Moonsorrow nennen, wenn auch mit weniger epischen Elementen, weiters Ancestors Blood, wenn die Synths weggenommen werden, Thyrfing, Wyrd und etwas Primordial, wenn der Gesang nicht als Vergleich dient, jedoch die Dramatik und Detailverliebtheit herangezogen wird.

Draugnim haben sich mit ihrem zweiten Werk nicht vom Platz bewegt, aber genau das ist es, was die Finnen ausmacht. Obwohl ich auf Innovation und Veränderung meist Wert lege, sollen die nächsten 10 Alben von Draugnim trotzdem genauso so sein wie „Northwind’s Ire“ und „Horizons Low“. Weils meiner schwarzen Seele so gut tut. Anders könnt ich mir die Drei Verschworenen aus dem hohen Norden nicht vorstellen. Leute die es ähnlich wie ich sehen und welche oben angeführte Bands zu ihren Favoriten zählen, sollen den Kauf der neuen CD nicht scheuen.

Hörbeispiele zu Draugnim finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/draugnim
geschrieben am 20.3.2011 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Draugnim
Spinefarm Records

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s