CD-Review: Falkenbach – Tiurida

falkenbach_tiurida

[Viking Metal] – Napalm Records (2011)
Island/Deutschland
Der Epikmeister ist zurück!

Alleine die Tatsache, dass Vratyas Vakyas nach etwas mehr als fünf Jahren endlich ein neues Album veröffentlicht, verleitete mich dazu, 20 von 15 möglichen Punkten zu vergeben. Doch konnte ich meine überschwängliche Euphorie gerade noch im Zaum halten und siehe da, nach einigen Durchläufen von „Tiurida“ macht sich fast so etwas wie Ernüchterung breit. Doch der Reihe nach…

Vorneweg: Falkenbach klingt auch anno 2011 nach Falkenbach. Dies ist zwar grundsätzlich gut so, erwartet man im epischen Klanggerüst von Vratyas Vakyas eher keine Death-Metal Attacken oder ähnliches. Und doch wünscht man sich hie und da ein wenig Mut zu etwas Neuem. Denn Falkenbach macht auf „Tiurida“ vor allem eines: sich selber kopieren.

Der zweite Kritikpunkt betrifft die Eingängigkeit einiger Tracks. Nicht dass Falkenbach an Eingängigkeit eingebüsst hätte. Im Gegenteil: Die Melodien bei ‚…where his Ravens fly…‘, ‚Tanfana‘ und ‚Runes shall you know‘ bewegen sich bedrohlich nahe an der Grenze zum Kitsch. Vratyas Vakyas dürfte wohl der einzige Künstler sein, welcher es verhindern kann, dass diese Grenze überschritten wird.

Es sind die Black Metal Wurzeln der Anfangstage, welche ich phasenweise vermisse. So möchte ich als Anspieltipps ‚Time between Dog and Wolf‘ sowie ‚In Flames‘ anbringen, wo sich Falkenbach in eben diesen etwas schwärzeren Gefilden tummelt.

An dieser Stelle muss etwas klar gestellt werden: Bei Falkenbach beklagt man sich auf einem Niveau, welches die meisten Bands dieses Genres in ihrer Karriere nicht ansatzweise erreichen. So möchte ich betonen, dass sich oben genannte Kritik vor allem im Vergleich zu Vratyas Vakyas vorangehenden (Ausnahme-)Werken begründet!

Kurze Randnotiz zum bislang noch nicht erwähnten ‚Sunnavend‘: hier hat sich Falkenach ein klein wenig bei Greensleeves bedient. Ob gewollt oder nicht, die eine Melodiefolge der akustischen Gitarre erinnert eins zu eins an diesen englischen Folksong.

In der Digipak-Ausgabe des Albums gibt es ausserdem als Bonus Track das Instrumental ‚Asaland‘ zu hören. Dieses stellt eine neu arrangierte Version des gleichnamigen Songs des ‚Læknishendr‘ Demo dar.

Letztlich darf gesagt werden: „Tiurida“ ist ein gutes Falkenbach-Album geworden. Aber nicht Vratyas Vakyas’ Bestes.

Hörbeispiele zu Falkenbach finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/Falkenbachofficial
geschrieben am 21.2.2011 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Falkenbach
Napalm Records

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