CD-Review: Fimbulthier – Rise

fimbulthier_rise

[Melodic Death Metal] – Trollzorn (2010)
Deutschland
„In Deckung“!

Nach „The battle begins“ aus dem Jahr 2007 erscheint nun die zweite Scheibe der vier Jungs aus Annaberg im Erzgebirge: „… Rise“.
Nach diversen Besetzungswechseln der letzten Jahre ist letztlich auch ein Stilwechsel, vom eher paganen Metal hin zum Death Metal zu verzeichnen, diesen allerdings doch sehr stark vermischt mit den verschiedensten Stilrichtungen der metallenen Kunst, dass Puristen sich schwer tun werden.

Knackig geht es mit ‚Fall apart‘ los und bis kurz vor dem Ende, bis ‚Two words‘ wird das Tempo durchgehalten, kommt der Hörer nicht zur Ruhe. Brachial-rustikal treibt das Schlagzeug durch die meisten Songs … ohne wenn und aber, ohne Punkt und Komma und ohne Pause: „… Rise“ ist nichts für Weicheier! Um hier mithalten und –bangen zu können, bedarf es schon einiger Kondition. Breaks und Pausen sucht man jedenfalls vergebens. Und auch wenn immer wieder kurze Akustik-Parts eingestreut werden: Hier wird durchgeprügelt. Einzig ‚886‘, quasi das ‚Outro‘ stemmt sich dem entgegen, klingt differenzierter, experimenteller und bisweilen etwas schräg, und setzt sich vom Vorangegangenen deutlich ab. Doch auch dieses Ende ändert nichts an der etwas derben Grundstimmung der Scheibe.

Passend zum brutalen Schlagwerk kommt der Gesang daher. Auch hier ist nichts Filigranes zu entdecken. Produktionstechnisch mancherorts zu sehr im Hintergrund growlt Sängerknabe Yves sich hier durch den Silberling … und könnte etwas mehr Abwechslung an den Tag legen, was für den Hörer jedenfalls entspannter wäre und das Liedgut unterscheidbarer machen würde. So vermengt sich doch alles zu sehr und wirkt etwas eintönig.

An dem Einheitssound ändern auch die vielen guten Riffs nichts. Schade eigentlich, da die Gitarrenarbeit aller Ehren wert ist und keinen Vergleich zu scheuen braucht. Manch klassisch anmutendes Riffling ist zu entdecken und mancher Schatz zu heben. Allein, diese Kunst geht im Gesamtgepräge ziemlich unter.

Zusammengefasst kann man festhalten, dass „… Rise“ nichts ist für Feingeister, Freunde raffiniert arrangierten Liedgutes oder Anhänger folkiger Klänge. Wer hingegen kompromisslosen Sound sucht und mit akustischen Firlefanz nichts anzufangen vermag, der fühlt sich definitiv wohl. Roher kann Metal kaum rüberkommen. Als Thrasher kann ich dem Werk manches abgewinnen (etwa ‚Shatterd remains‘), als Folk-Metaller bietet mir das Album zu wenig Feingefühl. Unterm Strich ist zu vermuten, dass hier vier echte Live-Musiker am Werke sind, die mit puristischem Sound manche Veranstaltung zum Toben bringen können, sich aber schwer tun, ihren geilen Sound samt der damit erzeugten Stimmung in Silber zu brennen.

Hörbeispiele zu Fimbulthier finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/fimbulthier

geschrieben am 25.6.2010 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 5 von 15
Punkte (Gesamt): 9 von 15
Informationen: Fimbulthier
Trollzorn

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