CD-Review: Flammensturm – Die Feuer sind entfacht

flammensturm_die feuer sind entfacht

[Pagan Metal] – Bloodred Horizon Records (2010)
Österreich
Mehr als ein loderndes Feuer!

Oh wie hell doch einst das Feuer brannte und ich sehe es immer noch, wenn ich meine Augen schließe….überzeugend und entschlossen schallen die Worte aus den Boxen. Worte die nicht viel Interpretation brauchen. Ausgesprochen von „Wulf Degan“, zugleich Vokalist von „Flammensturm“ aus Österreich – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen deutschen Thrash Metal-Combo. Eine Band die bereits in unserem Register zu finden war, mir aber trotzdem noch nicht wirklich bekannt war, obwohl sie aus meiner Heimat stammt. Immerhin existiert Flammensturm schon seit gut fünf Jahren. In dieser Zeit brachten es die Kärntner gerade mal auf einen Tonträger: „Feuer aus heidnischer Glut (Demo-2007). Doch wie sagt man so schön: „Gut Ding braucht Weile“.

Eine Übersättigung am Viking/Black/Pagan Markt ist ja schon seit einigen Jahren spürbar. Selbst der eingefleischte Heidenmetaller muss da bereits selektieren – er müsste Millionär sein, wenn er sich alle Silberlinge kauft, die in diese Richtung gehen. Wenn einer dieser Maniacs das neue Flammensturm-Album oberflächlich betrachtet, könnten ihm die Worte: „So was habe ich schon zu Hause“ in den Sinn kommen. Gerade hier sind wir Rezensenten gefragt. Daher die Bitte: „Rein hören“, es zahlt sich aus.

Wohl mag die eine oder andere Textpassage klischeehaft sein, doch ist es ein Unterschied ob man einen Trend nacheifert oder ob die Band wirklich dahinter steht. Ich habe das Gefühl, das zweiteres der Fall ist. Schon alleine das Intro überzeugt mich davon. Was mich noch überzeugt, dass Flammensturm etwas tiefer in die Thematik hinein geht, jedoch ohne überspitzt und unverständlich rüber zu kommen. So und das wars schon, was Texte und Klischees betrifft. Die Musik spielt immer noch die erste Geige.

Folklore wird der aufmerksame Hörer vergeblich suchen, dafür aber viel gute Gitarrenriffs und klassische Metal Elemente, sei es Thrash Einflüsse, Death oder Black – Parts. Ein weiteres Plus ist der sehr verständliche Gesang von „Wulf Degan“, so das die Hörerschaft nicht hektisch im Coverinneren nachlesen muss, weil man außer Gegrunze nichts versteht.

Zum Material: ‚Die Feuer sind entfacht‘ bestens als Opener gewählt, ist im oberen Tempobereich anzusiedeln. Aggressive aber kontrollierte Riffs mit den bereits erwähnten klassichen (wie ich sie liebe) Metalelementen. Das selbe gilt für ‚Glutes Zorn‘ und ‚Heldenfall‘, wobei mich zweitgenannter Titel aufgrund der abwechslungsreichen Breaks beeindruckt. Ein Stück welches mich als eingefleischter Österreicher nicht kalt lassen kann, ist ‚Ostarrichi‘ (Reich im Osten). Endlich haben wir die richtige Hymne für unser Vaterland gefunden. Wenige trauen sich darüber zu singen, Flammensturm tun es und meistern es exzellent.

‚Wolfsgedanken‘, ‚Visionen‘, ‚Seelenbund‘, ‚Wotan‘ ‚…denn die Wölfe tragen unser Feuer…‘ ergänzen die 49 Minuten Spielzeit und sorgen für ein kurzweiliges Werk, das Lust auf mehr macht. Fünf Jahre Wartezeit auf ein Full-Lengh Album haben sich ausgezahlt.

Mutig, selbstbewusst und entschlossen; dies sind die Stärken von Flammensturm. Genau damit unterscheiden sie sich von vielen Combos. Die fünf Kärntner haben nichts neu erfunden, aber sie wissen was sie tun und ziehen ihr Ding durch. Vergleiche mit Varg, Minas Morgul, Heimdalls Wacht aber auch Obscurity, Spectral und Thrudvangar sind angebracht, aber eines sind Flammensturm auf jeden Fall: „Österreichischer“.

Hörbeispiele zu Flammensturm finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/flammensturmuebereuropa
geschrieben am 23.1.2011 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Flammensturm
Bloodred Horizon Records

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