CD-Review: Grim Sköll – The End Is Just The Beginning

grimskoell_the end is just the beginning

[Dark Ambient, Dark Wave] – Naturmacht Productions (2011)
Mexico
Am Anfang war das Ende!

Man muss schon ein bisschen genauer hinsehen, bei der neuesten Scheibe des Ein-Mann-Projekts Grim Sköll. Nein, nicht aus Mittel- oder Nordeuropa kommt dieses Projekt, sondern aus Mexiko! Genaueres Hinsehen lohnt auch in stilistischer Hinsicht. Als „Ambient/Black Metal“ verkauft man sich, zumindest auf der myspace Seite. Wobei „Ambient“ noch nachvollziehbar ist und den Stil so einigermaßen trifft. Aber „Black Metal“ …. ich weiß ja nicht. Allenfalls das Burzum Cover ‚An illa Tindani“ ließe sich da noch einordnen, allerdings steht gerade dieser Track auch im Hause Burzum nicht wirklich für Black Metal.

Sieht man das Schwarze Metall als „Avantgarde“ an, so könnte der Anhänger dieses Genres mit einem reinen Keyboard-Album, wie vorliegend (sehen wir einmal von den wenigen Sekunden Akustik-Gitarre in ‚Journey to solitude‘ ab), leben. Aber ob Black Metal wirklich soviel Fortschritt zulässt, mag bezweifelt werden. Den Rezensenten hat „The end is just the beginning“ an eine karge Form der frühen Depeche Mode erinnert. Entsprechend würde es sich wohl eher als „Dark Ambient Wave“ klassifizieren lassen. Schwermetall ist jedenfalls nicht zu finden.

Runde 46 Minuten Keyboard-Klänge präsentieren Grim Sköll. Ruhig, unkompliziert und sphärisch. Schwermütig, düster und verschlossen sind alle. Doch so differenziert und ausgearbeitet, dass man die einzelnen Tracks auch ohne Gesang und Text den jeweiligen Songtiteln zuordnen könnte, sind sie auch wieder nicht.

Hingegen wird das sehr ansprechend gestaltete Booklet wunderbar von der Musik unterlegt, so gut, dass der Hörer spontan an einen Soundtrack erinnert wird. Aber auch wie bei einem Soundtrack müssen weitere Aspekte zur Musik hinzukommen. Allein wirkt ein Soundtrack unfertig, fehlt ihm etwas. Und so wirkt auch das dritte Full-length-Album aus dem Hause Grim Sköll – mangels Bezugspunkt – eher wie eine Klangstudie.

Durchaus mit vielen guten Ansätzen versehen, verlieren sich die Melodien im Nirgendwo. Es fehlt dem Werk an (einem unverwechselbaren) Charakter. Eine markante Stimme, eine „fiese Gitarre“ würden doch erheblich mehr Leben in das Werk bringen – und diese Musik in Richtung Black Metal bewegen, wohin sie offensichtlich will.

Zu austauschbar, zu wenig komplex, zu farblos erscheint daher das Album, um hier wirklich gute Noten verteilen zu können. Für Hörer die sich für einen Mix aus Ambient und Wave begeistern können, lohnt es sich bestimmt hier hinein zu hören. Wer Black Metal erwartet, wird hingegen nicht bedient.

Hörbeispiele zu Grim Sköll finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/grimskoll
geschrieben am 23.5.2011 von karsten@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 7 von 15
Punkte (Gesamt): 7 von 15
Informationen: Grim Sköll
Naturmacht Productions

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