CD-Review: Heidevolk – Uit oude grond

heidevolk_uit oude grond

[Folk Metal] – Napalm Records (2010)
Niederlande
Aus dem Gelderland schallt es bis über die Alpen!

Mit ziemlich viel Verspätung präsentieren wir das aktuelle Heidevolk Album. Das soll keine Wertminderung gegenüber den sechs Musikern sein. Andere Umstände sind dafür verantwortlich. Im Gegenteil, das neue Werk der Holländer musste unbedingt noch auf unsere Seiten. Obwohl die Heiden aus dem flachen Norden bereits zu den renommierten Bands der Folk Metal Szene zählen, haben sie mit ihrem letzten Silberling „Walhalla wacht“ nicht unbedingt gepunktet – ebenso nicht bei Folkmetal.at. Mit „Uit oude grond“ ist allerdings vieles anders.

Ein von Anfang an umstrittener Punkt war der eigenwillige Gesang der Heidevolks, der nie so ganz in das musikalische Konzept integriert war. Meist lautete der allgemeine Tenor: „Nicht schlecht, aber Gesang und Choräle stehen daneben“. Auf „Uit oude grond“ haben es die sechs Jungs endlich geschafft mit Mark Splintervuyscht’s Vocals eine Einheit zu bilden. Seine Stimme passt so gut ins Konzept wie nie zuvor. Und genau das war die Formel auf die viele Fans schon sehnsüchtig gewartet haben. Vorweg, wir sprechen somit vom bisher besten Heidevolk – Album.

‚Nehalennia‘ startet flott und abwechslungsreich aus den Boxen. Metal und Folk Rythmen geben sich die Hand und die Choräle sind gleich zu Beginn an Dramatik nicht zu überbieten. Der Heidevolk Kenner merkt sofort, da hat sich gegenüber den Vorgänger etwas getan. Es geht gleich mit einer Hymne Namens ‚Ostara‘ weiter. Eine Nummer die sicher Live punkten wird. Dazwischen wird das Tempo mal ordentlich angehoben und punkto Innovation können die Niederländer auch einen Sprung nach vorne machen. ‚Vlammenzee‘ und ‚Een Geldersch Lied‘ brauchen nicht wirklich übersetzt werden. Die Inhalte können auch so gedeutet werden. Da bleibt man Linientreu im Hause Heidevolk. Die traditionellen Geschichten des Gelderlands werden erzählt. Der Rest auf dem Silberling beschäftigt sich mit unseren germanischen Vorfahren und dessen Götterweld.

‚Dondergod‘ begibt sich auf folkige Spuren, ‚Reuzenmacht‘ hingegen ist eine ideale Schunkelnummer für Humppa – Fans. ‚Alvermans Wraak‘ habe ich auf meinen längeren Autofahrten lieben gelernt. Eine wunderschöne melancholische Folknummer gepaart mit kurzen, harten Metal Beats. Am Ende des fünf minütigen Stückes fällt es kaum auf, das es sich hierbei um ein Instrumental handelt. Übrigens die Metal Parts sind hier sehr stark von Maiden beeinflusst, so wie viele Passagen auf dem Tonträger. ‚Karel Van Egmond, Hertog Van Gelre‘ ist vielleicht so etwas wie die Schwachstelle auf dem Rundling, wobei die Drum Parts einmal anders um nicht zu sagen recht interessant klingen. ‚Levenslot‘ eine weitere eingängige Hymne, die durchaus dem klassischen Metal der Achtziger zugeordnet werden kann. ‚Deemstering‘ begibt sich auf eine ruhige Reise, wie aus einem Folktraum, begleitet von inspirierenden Geigenklängen, ehe sich das Finale mit ‚Beest Bij Nacht‘ wieder härterer Klänge und Gitarrenriffs bedient.

Mit „Uit oude grond“ – zugleich ihrem 5. Werk (inkl. EP 2004) haben Heidevolk endlich die Mischung gefunden, die wir uns alle bereits erhofft haben. So ist „Uit oude grond“ ein solides Metal – Album mit starken Folk Einflüssen geworden. Ein Grund mehr sich auf die bevorstehende Heidentour im Herbst mit den Holländern zu freuen. Weiter so ihr „Gelderländer“

Hörbeispiele zu Heidevolk finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/officialheidevolk

geschrieben am 5.7.2010 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Heidevolk
Napalm Records

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