CD-Review: Ignis Fatuu – Neue Ufer

IGNIS_FATUU_-_NEUE_UFER_artwork

[Medieval] – Trollzorn (2011)
Deutschland
Mitpfeif-Unterhaltung!

Die Spielleute von Ignis Fatuu beehren uns mit ihrem zweiten Silberling nach „Es werde Licht“ (2009) und einem Demo aus dem Jahre 2007. „Es werde Licht“ erhielt durch die Bank positive Resonanzen. Kein Wunder, konnten die Nürnberger bereits Live auf sich aufmerksam machen und zeigten, dass sie durchaus Potenzial haben aus dem derzeit noch immer boomenden Mittelalter Rock/Metal herauszustechen. Doch ist bekanntlich das zweite Album meist das schwierigste, da eine gewisse Erwartungshaltung bei der Hörerschaft vorhanden ist.

Mir ging es da nicht anders, als ich den Rundling das erste mal ins CD Fach geschoben habe. Leider gleich mit der ersten Enttäuschung. ‚Wolfszeit‘ kommt zwar soundtechnisch, so wie alle anderen Tracks, 1A aus den Boxen, aber es fehlt total an Pfeffer. Selten das mich eine Nummer 1 so gelangweilt hat. Eigentlich sollte der erste Titel ein mitreisender Einstieg sein. Da haben die Nürnberger wohl auf das falsche Pferd gesetzt. Auch das zweite Stück kann nicht mal meine linke kleine Zehe in Bewegung setzten. Meine Befürchtungen wurden immer größer, was da noch folgen würde.

Die Rettung: ‚Scherenschnitte‘ ist der erste Song auf „Neue Ufer“ der rockt. Endlich Emotion, härtere Gitarrenriffs und der Gesang von Alexander hat mehr Farbe (tiefere Lagen liegen ihn wesentlich besser). Nachfolgender Titel: ‚Mondnacht‘ lässt sogar noch eine Steigerung zu. Hier kommt endlich Mystik und Dramatik hinzu. An dieser Stelle, nicht nur als Wiedergutmachung, ein Kompliment an Irene (Flöte)und Alex (Geige) für ihren Beitrag zu diesem Song. ‚Wörterschmied‘ zähle ich ebenso zu den besseren Darbietungen auf „Neue Ufer“, wenn auch hier nicht wirklich Innovatives dargeboten wird.

Mit ‚Maskenball‘ und den darauf folgenden Mittelteil (‚Neue Ufer‘, ‚Wer nicht ich, wer dann‘) folgt wieder ein Durchhänger, ehe wieder mehr Härte und Emotion mit ‚Wahre Schönheit‘ kommt und sich zu oben hervorgehobenen und besseren Songs einreiht. Die Hörerschaft erwartet im wahrsten Sinne des Wortes eine Achterbahn. ‚Junger Krieger‘ ist ganz OK, auch das Finish mit ‚Albtraum‘, ‚Stille Wasser‘ und ‚Hochmut‘ kann durchaus in einzelnen Passagen gefallen. Der Eindruck, das es sich um eigentlich nicht Neues handelt, wie es eigentlich der Titel der CD vermuten lässt, zieht sich über das gesamte Werk. Es fehlt der Wiedererkennungwert. Nichts, was wir nicht schon von Bands wie Tanzwut, Saltatio Mortis, Nachtgeschrei oder Letzte Instanz gehört haben.

Ignis Fatuu präsentieren sich zwar technisch und musikalisch auf guten Niveau, aber aufgrund der Umsetzung ist „Neue Ufer“ nur ein durchschnittliches Album. Der Unterhaltungwert ist an gewissen Stellen für den Folk Rocker gegeben, ansonsten geht mir das Album in eine zu kommerzielle Richtung. Hier wäre statt sterilem Sound mehr Bodenständigeit, Härte und Ursprünglichkeit angebracht. Darüber täuschen die vielen akustischen, sowie mittelalterlichen Instrumente nicht hinweg, die übrigens zu oft von den E-Instrumenten übertönt werden.

Es gibt durchaus gute Darbietungen auf „Neue Ufer“, die Hoffnung auf Mehr machen.
Potenzial ist ja, wie wir wissen, vorhanden.

Hörbeispiele zu Ignis Fatuu finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/ignisfatuu
geschrieben am 20.2.2011 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 6 von 15
Punkte (Gesamt): 9 von 15
Informationen: Ignis Fatuu
Trollzorn

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