CD-Review: Kel Amrun – Wid Danu

kel amrun_wid danu

[Medieval] – Narrenschiff (2011)
Schweiz
Marktmusik mit keltischen Einflüssen!

Es ist Sommer und die Mittelaltermarkt-Saison ist in vollem Gange. Solche Veranstaltungen erfreuen sich auch in der Schweiz wachsender Beliebtheit, weshalb es kaum verwundert, dass alljährlich neue Veranstaltungsorte in den Mittelalterkalender aufgenommen werden können.

Während in den letzten Jahren beinahe an jedem Marktermin Des Koenigs Halunken bzw. deren akustisches Alter Ego Koenix als aufspielende Formatio dem Gesindel einheizte, gibt es nun Verstärkung aus einheimischen Gefilden: Kel Amrûn. Beim 2009 gegründeten Quintett aus dem Kanton Bern handelt es sich jedoch nicht um Neulinge der Mittelalterszene, der harte Kern ging aus den Überresten der zwischen 1996 und 2007 aktiven Veitstanz hervor.

Erfreulicherweise präsentieren uns Kel Amrûn auf ihrem Debüt nicht die hundertste Interpretation vom „Palästinalied“, von „In Taberna“ oder den anderen üblichen verdächtigen „Klassikern“. Stattdessen entführen sie den Hörer während 13 Tracks und 53 Minuten auf eine Reise durch die Jahrhunderte und machen in so unterschiedlichen Regionen wie der Provence, dem Iran oder dem heutigen Deutschland halt.

Dabei zelebrieren die Multiinstrumentalisten (Dudelsäcke, Flöten, Schalmeien, Lauten, Bouzouki, Davul, diverse Percussioninstrumente) Traditionals und Lieder Marke Eigenbau, welche mal zum Tanzen (‚Bel Amic‘, ‚Belenos‘, ‚Diga Janeta‘) dann wieder zum Träumen
(‚Umai‘) und nicht zuletzt einfach zum Geniessen einladen. Keltische Einflüsse dominieren das Werk, weshalb Kel Amrûn’s Stil durchaus als Schnittmenge einer Marktmittelalterband à la Saltatio Mortis und den Pagan Folkern Omnia bezeichnet werden kann. Der oben erwähnten Herkunftsvielfalt der einzelnen Tracks entsprechend, wird in den verschiedensten Sprachen gesungen, wobei mit ‚Samhain‘ auch ein berndeutsches Stück den Weg auf den Silberling gefunden hat.

Kel Amrûn erfinden das Genre nicht neu und jene, welche bisher nichts mit Mittelaltermusik anfangen konnten, werden sie kaum bekehren. Genrefans auf der Suche nach einem gut gespielten, sauber produzierten Album mit mittelalterlicher Marktmusik, bestehend aus einer ausgewogenen Mischung von Eigenkompositionen und Traditionals, welche nicht schon in zig anderen Interpretationen existieren, sei „Wid Danu“ jedoch wärmstens empfohlen.

Hörbeispiele zu Kel Amrun finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/kelamrun
geschrieben am 19.7.2011 von wallace@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Kel Amrun
Narrenschiff

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