CD-Review: Nothgard – Warhorns of midgard

nothgard_warhorns of midgard

[Pagan Metal] – Black Bards (2011)
Deutschland
Der Zukunft entgegen!

Es ist schon wieder ein paar Tage her, dass die schwarzen Trolle durch die Lande zogen und … nein, keine verbrannte Erde hinter sich ließen, sondern für große Begeisterung sorgten ( http://www.folkmetal.at/black%20trolls%20over%20europe%202011.html ). Einer der Gründe für die gelungenen Abende waren nicht zuletzt die „Newcomer“ aus Deggendorf, Nothgard, die auf der Tour ihr neuestes und zugleich erstes Album präsentierten.

Ein reichlich interessantes Debut wohl gemerkt, dass vor allem durch eine tadellose Produktion auffällt. Ein Umstand, der gerade bei neuen und jungen Bands eher ungewöhnlich erscheint. Betrachtet man die CD näher, wird man feststellen, dass man auch sonst nichts dem Zufall überlassen hat. Neben einem Kris Verwimp (http://www.myspace.com/krisverwimp), der für das Cover engagiert wurde, verzog man sich für die Aufnahme auch nicht in irgendeine Garage, sondern in das doch vergleichsweise renommierte Stage One Studio ( http://stage-one-studio.com/de/ ). Darüberhinaus tritt Lokhi von Wolfchant bei ‚Blackened Sky‘ als zweiter Sängerknabe auf … also alles zusammen eher ein „Luxus-Debut“.

Musikalisch setzen die Bayern diese Rahmenbedingungen nahtlos fort. Kompromissloser Pagan-Metal mit jeder Menge Herzblut und hörbarem Spaß an der Sache. Freilich, „Warhorns of midgard“ ist kein Nachdenk-Heidenlärm für die intellektuellen Momente des Daseins. Hier ist Party angesagt, bis der Schaum aus dem Trinkhorn quillt. Musik eben, die sich noch besser als auf „Platte“ live on stage abfeiern lässt, was genau so auf dem Black Troll Festival mitzuerleben war.

Entsprechend fett kommt die Scheibe rüber, wohin man auch skippt. Eine enorme Klangdichte jedenfalls ist zweifellos einer d e r Stärken des Debuts, wobei man es nicht versäumt hat manches Detail einzubauen, das sich erst beim wiederholten Hören entdecken lässt. Hinzukommen richtig gute Gitarren, mit feinen (wenn auch kurzen) Soli. Dickes Kompliment an die beiden „Gitarreros“! Nicht ganz so mithalten kann das Schlagzeug, welches mehr Fantasie aber auch Durchsetzungskraft hätte an den Tag legen können. Und auch bei Nothgard versteckt sich der Bass doch sehr, wie leider so oft im Metal-Bereich. Schade. Und wenn wir gerade bei den Kritikpunkten angelangt sind: dem im Grunde untadeligen Gesang von Frontmann Dom würde etwas mehr an stimmlicher Bandbreite gut tun, zumindest im Studio. Live kommt er hingegen authentischer und aggressiver rüber.

Mit Licht und Schatten versehen ist das Keyboard. Einerseits kommen die Einsätze recht exakt, andererseits sollte man aufpassen, dass die Melodien nicht ins triviale oder gar kitschige abdriften. Was die Melodieführung oder das Songwriting insgesamt angeht ließe sich Nothgard mit vielen anderen Kapellen aus dem Pagan-Metal, aber auch aus dem Heavy-Metal vergleichen. Für den noch unbedarften Leser seien zur Orientierung insbesondere Ensiferum, Equilibrium, Kromlek oder Alestorm genannt. Damit wäre aber beileibe nicht alles aufgezählt, was beim Hören so in den Sinn kommt (etwa erinnert die Einleitung von ‚Shadows arise‘ sehr an Manowar). Das lässt einerseits den Schluss zu, dass man sich vielerorts hat inspirieren lassen, andererseits keine andere Formation kopieren will. Kritisch bemerkt könnte man aber auch sagen, dass es der Truppe noch an einer eigenständigeren und insbesondere prägnanteren Linie fehlt. Aber bitte, welches Debut schafft das schon?

So verbleibt ein Silberling der den Pagan Metal zwar nicht neu erfindet, aber doch sauber wiedergibt. Und es schadet sicherlich nie noch etwas Luft nach oben zu haben. Live jedenfalls wird die Luft nach oben schon recht dünn.

Hörbeispiele zu Nothgard finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/nothgard
geschrieben am 7.7.2011 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 7 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Nothgard
Black Bards

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s