CD-Review: Sunuthar – Us auter Zyt

Sunuthar _ Us auter Zyt

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2010)
Schweiz
Sonntagsprojekt!

Bei Sunuthar (Sonntag) handelt es sich um ein ambitioniertes Einmann-Projekt von Simon Müller (Folkearth, Folkodia). Gegründet 2007, fand er erst nach seinem Ausstieg bei der Folk Power Metal Band Excelsis Anfang 2010 Zeit, um sein Soloprojekt voranzutreiben. So erblickt nun sein erstes Album „Us auter Zyt“ (Aus alter Zeit) das Licht der Welt.

Simon Müller ist ein musikalisches Multitalent: sämtliche Instrumente (Gitarre, Bass, Keyboard, Flöte, E-Drums) wurden von ihm eingespielt und den Gesang hat er auch gleich selbst übernommen. An dieser Stelle muss denn auch etwas Kritik angebracht werden:

Elektronische Drums sind zwar immer noch besser als Drumcomputer, klingen im Fall von „Us auter Zyt“ aber leider doch etwas gar statisch (insbesondere bei Double-Bass-Passagen). Dem Sound würde nur guttun, wenn nächstes Mal „echte“ Drums eingesetzt werden. Keyboards sind für eine sphärische Untermalung des Sound ganz okay, wenn Folkinstrumente (z. B. Akkordeon) damit imitiert werden, habe ich so meine Mühe damit. Wünschenswert wäre, wenn diese echt (Gastmusiker?) eingespielt würden. Des Weiteren sei angemerkt, dass Simon sicherlich nicht der beste Sänger ist. Aufgrund des sehr variablen Einsatzes seiner Stimme (Clean, teilweise Mehrstimmig; Growls; Gekeife) fällt dies jedoch nicht allzusehr ins Gewicht. Gesungen wird übrigens auf Schweizerdeutsch (Berndeutsch, um genau zu sein) und Englisch.

So abwechslungsreich wie der Gesang gestaltet sich auch der Sound von Sunuthar: grundsätzlich sehr episch gehalten, gibt es immer wieder dezente Auflüge Richtung Black/Death Metal sowie regelmässige akustische Intermezzi bzw. ganze Akustiksongs zu entdecken.

Für eine Eigenproduktion wird eine überzeugende Soundqualität geboten, Abstriche gibt’s, wie bereits erwähnt, einzig beim Drumsound. Simon Müller beweist auf über 60 Minuten (!) ein gutes Händchen für eingängige Melodien. So geht mir der Track „Verloornigs Heer“ (Verlorenes Heer) partout nicht mehr aus dem Kopf. Nebst diesem Song, möchte ich noch das akustisch-instrumentale „The Journey“ als Anspieltipp anbringen, das einfach nur schön ist.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Tracklist im Inlay nicht mit der Reihenfolge des Silberlings übereinstimmt. So sind Track 4 „The Devil’s Blaze“ und 5 „Schatz us Goud“ (Schatz aus Gold) vertauscht. Im Booklet wiederum hat dann alles seine Richtigkeit. A propos Booklet: das Cover ist ein wahrer Hingucker. Leider lassen sich keine Informationen finden, wer dafür verantwortlich ist.

Nun, sicherlich gibt es bessere Alben als „Us auter Zyt“. Nichtsdestotrotz muss ich zugeben, dass mich dieses Werk irgendwie nicht mehr loslässt, auch wenn einem ab und zu das Gefühl beschleicht, dass sich die eine oder andere Passage wiederholt. Gutes Debüt, das hier und da noch nicht ganz ausgereift klingt.

Das Album kann direkt via Simon Müller unter sunuthar@bluewin.ch geordert werden.

Hörbeispiele zu Sunuthar finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/sunutharch
geschrieben am 31.12.2010 von wallace@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 7 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Sunuthar
Eigenproduktion

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