CD-Review: Turisas – Stand up an fight

turisas_stand up and fight

[Folk Metal] – Century Media (2011)
Finnland
Bombastisch!

Drei Alben in 14 Jahren Bandgeschichte. Man kann Turisas nun wahrlich nicht vorwerfen, dass sie vorschnell Musik unters Volk werfen. So sind seit dem Release von „The Varangian Way“ auch bereits wieder gut dreieinhalb Jahre in die Lande gezogen. Nun wird die Reise der Waräger (zumindest stellenweise) fortgeführt.

Mathias „Warlord“ Nygård und seine Truppe klingen anno 2011 vor allem eines: bombastisch! Vergleiche mit dem aktuellen Ensiferum Output (Link zur Rezension) sind da durchaus erlaubt. Oftmals wähnt man sich eher in einem Filmsoundtrack, denn beim hören eines Metalalbums. Battle Metal? Gelegentlich ja, da tauchen sie auf die bekannten Turisas Trademarks. So bei ‚The March of the Varangian Guard‘ mit typischem Riffing und choralem Refrain. Nicht nur wegen der Thematik hätte dieser Track auch einwandfrei auf den Vorgänger gepasst.

‚Take the Day‘ ist eher Durchschnitt, bei ‚Hunting Pirates‘ (Grüsse an Alestorm) erhört man endlich Netta Skog’s Akkordeon, welches leider auf dem Rest der Platte komplett untergeht. Trompetenfanfaren eröffnen das Beinahe-Instrumental ‚Venetoi! – Prasinoi!‘. Ein gelungener Song, bei welchem das eingangs gespielte Thema immer wieder aufgegriffen wird.

Den Titeltrack dürften die meisten bereits kennen, wurde dieser doch schon einige Zeit vor dem Release der Öffentlichkeit präsentiert. Ziemlich poppig arrangiert geht der Refrain sofort ins Ohr und bleibt hartnäckig im Gedächtnis haften. ‚The great Escape‘ und ‚Fear the Fearer‘ sind wiederum Durchhänger. Das Piano bei ‚End of an Empire‘ erinnert an Abba, ein opernhafter Choral lässt den Track ausklingen. Die finnische Sprache taucht einzig im Rausschmeisser ‚The Bosporus freezes over‘ auf, kann den langsamsten Song des Albums aber auch nicht wirklich retten.

Quo Vadis Turisas? Noch bombastischer geht nicht mehr, ohne die Grenze zum Kitsch zu überschreiten. Schon heute bewegt man sich bedrohlich nahe an eben dieser. Auf alle Fälle wird „Stand up and Fight“ die Metalgemeinde spalten. Bei mir hinterlässt die Scheibe in ihrer Gesamtheit einen gespaltenen Eindruck. Zwei ganz starke Songs treffen auf (zu) pompös/poppige Arrangements.

Anspieltipps: ‚The March of the Varangian Guard‘ und ‚Venetoi! – Prasinoi!‘.

Hörbeispiele zu Turisas finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/turisasofficial
geschrieben am 31.03.2011 von wallace@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Turisas
Century Media

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