CD-Review: Vargsheim – Weltfremd

vargsheim_weltfremd

[Black Metal] – Düsterwald Produktionen (2010)
Deutschland
Das Heim der Wölfe liegt im Frankenland!

Hinter dem Namen Vargsheim stehen die Herren Kaelt, Harvst und Naavl, welche einigen aufgrund ihrer Nebentätigkeit als Live-Musiker von Imperium Dekadenz bekannt sein dürften. Nach einer Demo und einer Split mit Hlidskjalf, wo Naavl Alleinunterhalter spielt, erscheint nun das Debüt „Weltfremd“.

Das Werk beginnt recht ungewohnt mit einem Trommelwirbel, bevor die black’n’rolligen Klänge von ‚Was mich leben lässt…‘ einsetzen. Ein sehr verspielter Track – nichts für Schwarzmetal Puristen. ‚Nicht um zu sterben‘ wird zu Beginn von einer melodischen Gitarre im Midtempobereich getragen, ehe sich der Song in dezente Raserei steigert. Unterbrochen wird diese durch einen Slow-Part mit herrlich schleppend-verzerrter Gitarre. Anschliessend wird das finale Furioso eingeläutet. Ein Track mit acht Minuten Spiellänge, der abwechslungsreicher kaum sein könnte.

Akustische Gitarren leiten daraufhin den Titeltrack ‚Weltfremd‘ ein. Die Ruhe vor dem Sturm sozusagen. Dieser bricht kurz los, wird jedoch abermals von einem Akustikintermezzo unterbrochen. Ein ständiges Wechselspiel zwischen rasanten und langsamen Parts. Auch hier wird nicht mit Spielzeit gegeizt (siebeneinhalb Minuten) – Vargsheim verstehen es jedoch ausgezeichnet, ihren Sound derart mannigfaltig zu gestalten, dass auch hier partout keine Langeweile aufkommt. Mit ‚Fern der Heimat‘ wird an vierter Stelle ein Akustikinstrumental dargeboten. Von zwei Gitarren getragen, unterscheidet es sich deutlich vom Rest der Scheibe und lädt gar etwas zum Träumen ein.

Es folgt ‚Wenn sich unsere Klingen kreuzen‘. Der Titel lässt es erahnen, hier wird das Tempo wiederum angezogen, Double-Bass Attacken inklusive. Doch auch hier gibt es Breaks ohne Ende zu entdecken. Und ja, auch dieser Track schlägt die sieben Minuten Grenze locker. Mit einem hammermässigen Gitarrenriff beginnt ‚Wolfentod – Vom Kampf im Dasein‘. Erneut ist der Black’n’Roll – Anteil beachtlich. Ein fabelhafter Instrumental-Track und mein persönlicher Anspieltipp! Ähnlich stampft ‚Dein Ende“ aus den Boxen‘, begleitet von ziemlich krankem Gesang und fast schon obligatem Akustikteil. A propos Gesang: es wird grundsätzlich in relativ tiefen Lagen geröchelt, seltener gekeift und zwar in der Regel in gut verständlicher Art und Weise.

Zum Ausklang gibt’s die Bandhymne ‚Vargsheim‘. Passend insofern, als dass dieser Track einmal mehr alles in sich eint, was Vargsheim ausmacht: rasende Parts in Abwechslung mit ruhigen (teilweise akustischen) Intermezzi, mal fast schon rockig, dann wieder dunkelmetallisch. Und zur Krönung gibt’s so noch Chorgesang dazu.

Das Black Metal nicht eintöniges Geschrammel sein muss, beweisen uns Vargsheim mit ihrem Erstling. Für alle Anhänger des true norwegischen Low-Fi Schwarzmetals im Stile von frühen Satyricon, Darkthrone etc. ist dieses Werk nicht zu empfehlen. Wer aber einer modernen Interpretation von Black Metal offen gegenüber steht, wird seine Freude an „Weltfremd“ haben. Kein Überwerk, aber starkes Debüt! 55 Minuten pure Abwechslung – reinhören lohnt sich!

Hörbeispiele zu Vargsheim finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/vargsheim

geschrieben am 29.6.2010 von wallace@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Vargsheim
Düsterwald Produktionen

Eine Antwort zu “CD-Review: Vargsheim – Weltfremd

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